Auf der Suche nach verlassenen Orten

Der eine oder andere weiß es bereits: ab und an mache ich auch mal Fotos an verlassenen Orten. Dabei taucht immer wieder die Frage auf, wie ich diese Orte denn finde. In Facebookgruppen usw. wird tunlichst nie gesagt, wo sich dieses oder jenes Objekt befindet, das da auf Fotos zu sehen ist. Nur vorab: ich nenne hier auch keine Ortsnamen im Beitrag, will jedoch dem einen oder anderen mal aufzeigen, daß es gar nicht so schwer ist entsprechende Locations zu finden.

Beelitz Heilstätten

Lost Places kann vieles sein: eine ehemalige Militäranlage, eine stillgelegte Fabrik, ein verlassenes Schloss, geschlossene Freibäder und und und…

Manches kann man entdecken, wenn man mit offenen Augen durch seinen Ort geht. Manchmal hilft auch die genaue Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften. Da kann man dann so Dinge lesen wie die Diskussion im Stadtrat von Klein Siehstemichnicht wie das ex-ABC-Firma-Gelände wiederbelebt werden soll usw.

Ganz interessant sind aber auch Geschichtsbücher, so ab Klasse 7 aufwärts. Da finden sich Namen von berühmten Leuten, ihren Wohnorten, von großen Schlachten, von Schlössern und Burgen. Mit ein bissel Recherche im Netz, z.B. bei Wikipedia, findet man dann häufig raus, was aus diesen Orten wurde, ob dieses oder jenes Objekt noch existiert und wenn man sich dann mal eine halbe oder ganze Stunde durch die Wikipedia liest, hat man genug Ausgangsmaterial gesammelt um dann ganz gezielt nach einzelnen Bauwerken und dem was da so drumherum dazugehört zu recherchieren. In der Wikipedia finden sich sehr ausführliche Listen zu Gebäudetypen u.ä., die dann häufig auf einzelne Artikel zu einzelnen Objekten verweisen. So kann man auch auf Objekte stoßen, die man bis dato namentlich nicht kannte. Da stößt man dann auch auf verlinkte Webseiten, die sich mit der jeweiligen Thematik oder Region beschäftigen. Auch gibt es diverse Internetforen wo bestimmte Areale genau beschrieben sind.

Wichtige Hilfsmittel sind dann natürlich auch Google Maps und Openstreetmap. Dort sind, gerade auch bei Openstreetmap, viele Objekte eingezeichnet, man muß nur wissen wie sie heißen.

Für eine Fototour einer ehemaligen Festungsanlage habe ich ca. eine Stunde gebraucht um benötigte Informationen zu sammeln. Danach hatte ich mir ein Evernotedokument zusammengestellt, in dem ich Links zu Videos und Fotogalerien und alles Wissenswerte sammelte, was für die Tour notwendig sein sollte. Ausgedruckt wären das ca. 2-3 A4-Seiten gewesen.

Der Aufwand zur Recherche ist je nach Objekt unterschiedlich groß. Zu der o.g. Festungsanlage finden sich unzählige Informationen und so war es doch recht leicht. Aber das ist nicht immer so. Je länger man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Leute lernt man kennen und wem man selbst mal weiterhilft, der hilft einem auch weiter.

Es gibt auch Mainstream-Lost Places, wo sogar offizielle Führungen angeboten werden, wie z.B. in Beelitz Heilstätten. Auch manches Museum hat Lost Place-Charakter, z.B. die Bücher und Bunkerstadt Wünsdorf. Für Anfänger sind solche Objekte sicher erstmal gut um sich selbst auszuprobieren.

Ich hoffe damit einen ersten Einblick gegeben zu haben, wie man auf Lost Places stößt. Und bitte immer dran denken, im gewissen Sinne begeht man in vielen Fällen beim Betreten der Gelände Hausfriedensbruch.


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