Reisetipps: ein Wochenende in Lodz

Lodz? Wo liegt das eigentlich? Das hat damals glaub nicht mal Vicky Leandros gewusst, als sie rief „Theo, wir fahr’n nach Lodz“, das übrigens „Wuutsch“ korrekt ausgesprochen wird. Wer letzteres nicht glaubt, bitte hier anhören:

Achso, ja die Frage wo Lodz liegt ist noch offen. Ca. 130 km südwestlich von Warschau. Wer mit dem Zug aus Deutschland anreist, fährt am besten aus Berlin kommend mit dem Berlin-Warszawa-Express bis Kutno und steigt dort um nach Lodz.

Lodz ist die drittgrößte Stadt Polens. Da sie aber im Windschatten von Warschau liegt, ist sie touristisch eher unerschlossen. Wer als Tourist nach Polen fährt, der schaut sich eher Gdansk, Krakow, Warszawa oder Wroclaw an. Lodz fällt da dann hinten über.

Was gibt es in Lodz zu sehen?

Lodz

LodzZuerst einmal: Lodz ist keine Touristenmetropole, aber auch hier gibt es einiges zu entdecken. Ganz zu Beginn auf jeden Fall die ul. Piotrkowska, die Flaniermeile schlechthin. Die Straße ist 4,9 km lang und der größte Teil davon ist eine Fußgängerzone. Gerade dieser Bereich ist wirklich beeindruckend. Zahlreiche Jugendstil- und Barockgebäude stehen hier dicht an dicht. Noch sind nicht alle saniert, was vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr einladend wirkt, letztlich aber eine interessante Abwechslung zu komplett durchsanierten Straßenzügen bietet. Ca. zwei Drittel der Straße sind Fußgängerzone und das was sich da an Häusern findet, lässt einen nur so erstaunen. Es lohnt sich auch mal auf die Hinterhöfe zu gehen, wo sich auch Cafés, Restaurants und kleine Läden finden.

Lodz

Am Ende der ul. Piotrkowska kommt man an einen Kreisverkehr. Einfach geradeaus gegenüber weiter gehen und wenn man dann einige Meter weiter geradeaus geht und dann links abbiegt, sieht man ein großes Barockhaus. Da ist ein Museum drin. Ist dann vielleicht was als Schlechtwetteralternative.

Lodz

LodzDoch was dahinter kommt, dürfte nicht nur die Shoppingfraktion begeistern. Ein altes Industriegelände mit zahlreichen Backsteingebäuden wurde zu einem Einkaufs- und Erlebniszentrum umgestaltet. Dabei hat man die alten Fabrikhallen top saniert und nur wenige neue Gebäude dazwischen gesetzt. So gefällt wohl selbst Einkaufsmuffeln so ein Ausflug. Die einen lassen die Kreditkarte in den zahlreichen Geschäften glühen, die anderen ruhen sich in einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants aus oder machen einen Kinobesuch. Oder man guckt sich einfach die schönen Gebäude an, in denen u.a. auch ein Hotel untergebracht ist.

Lodz

Ganz in der Nähe des „Manufaktura“ genannten Einkaufsparadieses findet man Reste des ehemaligen jüdischen Viertels. Es ist von der erhaltenen Substanz aber nicht mit dem in Kraków zu vergleichen. Wer aber die Augen aufmacht, findet dennoch verschiedene Hinweise darauf, daß hier einst das jüdische Zentrum der Stadt zu finden war.

Lodz

Wer sich für Architektur begeistern kann, der sollte auch mal etwas abseits der Hauptstraßen sich umschauen. Da gibt es noch so manches Kleinod zu entdecken, wenn auch nicht immer im allerbesten Zustand. Aber vielleicht macht auch gerade dieser in einigen Teilen der Stadt arg runtergekommene Zustand der Bausubstanz einen Teil des spröden Charmes selbiger aus.

Lodz

Am anderen Ende der Stadt befindet sich die „Weiße Fabrik“, in der sich ein Textilmuseum befindet. Der Name rührt von der Farbe des Hauptgebäudes her.

Lodz

Lodz ist sicherlich nicht mit Städten wie Kraków oder Wroclaw zu vergleichen, wer aber mal eine typische polnische Großstadt sehen möchte, die nicht vom Tourismus geprägt ist, dem sei empfohlen sich Lodz anzuschauen. Zwar ist die Hotelauswahl hier auch etwas kleiner, es findet sich aber doch für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas. Selbst Hotels wie das Doubletree by Hilton Lodz sind preisgünstig zu bekommen, insbesondere auch an den Wochenenden.

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