Vorsicht, Bettelblogger!

Auch wenn ich für viele Blogger nach dem Beitrag zur „persona non grata“ werden sollte, möchte ich hier dennoch mal loswerden, was mich aktuell an vielen Bloggern stört. Ich bekomme das selbst gerade in der Reisebloggerszene direkt mit, aber ich weiß, daß es im Mode-, Kosmetik- und Technikbereich teilweise nicht viel anders ist.

Die ITB wirft ihre Schatten voraus und aktuell läuft in Stuttgart gerade die Reisemesse CMT. Ich war gestern auch in Stuttgart, allerdings mit nem ganz genauen Ziel: mich über potentielle Reiseziele informieren. Habe ich auch gemacht, bin mit Fotos, Notizen und Prospekten wieder heimgefahren. Meine ungefähre Reiseplanung für 2014 steht ja jetzt auch schon fest, also alles schön entspannt bei mir.

Gerade aber auf solchen Messen trifft man auch andere Reiseblogger bzw. liest vorab in deren Blogs oder woanders wieso, weshalb, warum sie auf die Messen fahren. Da geht es nur um eines: möglichst viele Kontakte knüpfen um sich möglichst häufig irgendwohin einladen zu lassen. „Hallo, ich bin Reiseblogger. Lade mich doch mal ein.“ So darf man sich das leicht überspitzt darstellen.

Sorry, da kommt bei mir das Essen von drei Tagen zuvor wieder hoch. Wenn ich irgendwo hin will, dann buche ich mir ne Fahrkarte dahin, reserviere ggf. noch nen Hotel und fahre dahin. Wenn ich es mir nicht leisten kann/will, dann habe ich einfach Pech gehabt und kann die Reise nicht machen.

Von mir aus irgendwo hingehen und mich als Blogger anbieten, in der Hoffnung eingeladen zu werden? Sorry, nicht mein Ding. Wenn mich ein Veranstalter kontaktiert und alle Komponenten (Termin, Konzept, Ort, Infrastruktur, Thema) stimmen, dann spricht nichts gegen eine gemeinsame Aktion. Aber von mir aus kontaktiere ich keine Anbieter um mich einladen zu lassen.

Zu einigen Tourismusverbänden habe ich gute Kontakte, da frage ich dann auch mal an ob man mir mal noch paar Insiderempfehlungen geben kann, wenn ich mal irgendwo hin will, aber das ist dann auch alles.

So habe ich mich gestern riesig über ne Landkarte von Thüringen gefreut, in der jedes kleine Museum vermerkt ist. Das ist für mich eine richtig tolle Arbeitsgrundlage. Das jetzt noch als Google Maps-Karte anbieten…. 😉

Liebe Unternehmen, egal welcher Branche. Lasst euch von den Bloggern nicht zu sehr ausnutzen. Wenn ihr mit Bloggern zusammenarbeiten möchtet, dann setzt euch vor den PC und sucht euch eure Blogs selbst raus, die euch gefallen, die thematisch wie die Faust aufs Auge passen und kontaktiert die Blogger von euch aus. Wenn ihr das vernünftig macht, bekommt ihr in den meisten Fällen auch eine vernünftige Antwort und es kommt dann was raus, wo die Zusammenarbeit beiden Seiten Spaß macht. Damit ist allen mehr geholfen. Die Blogger, die gerade noch an eurem Messestand waren und euch Honig ums Maul geschmiert haben, machen das ne halbe Stunde später schon bei eurem Mitbewerber mit den gleichen Worten. Wollt ihr sowas wirklich? Denkt mal drüber nach.

So, und ich stürze mich jetzt wieder in meine Planungen. Die Wünsdorf-Tour will vorbereitet werden.

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8 Comments

  1. Hi, das ist nicht nur bei Reisen so. Gerade im Beautybereich werden die Online-Shops ständig angeschrieben von Bloggern die die Produkte gerne testen wollen. natürlich mit kostenloser lieferung usw.
    Das scheint schon eine Art Volkssport zu werden. Viele von den Blogs sind einfach nur … naja….
    Schade um die echten Blogger die über was einfach so schreiben weil sie es gerade erlebt oder probiert haben.

  2. Tim G.

    Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich noch nie irgendwo etwas angefragt hätte, um darüber in einem meiner Blogs zu berichten.
    Dabei geht es aber allerdings eher um Tech-Produkte. Und meine Anfragen beinhalten stets auch die Wörter testweise, leihweise und vorübergehend. Ich bin auch bereit die Versandkosten zu tragen und Testgeräte in einem ordentlichen Zustand zurück zu geben.
    Ich frage auch ausschließlich Dinge an, die mich persönlich interessieren und nicht alles, was neu und sündhaft teuer ist.
    Gerade als einer der kleinen Blogger hat man es nicht leicht, auch einmal ein Testgerät zu bekommen. Ein Grund dafür werden sicherlich auch die zahlreichen „haben wollen“-Bettel-Blogger sein, da kann ich Firmen schon verstehen, die nach „Anfrage Testartikel“ aufhören zu lesen bzw. den Hörer wieder auf die Gabel schmeißen.

  3. Tim, gegen solche Anfragen zur leihweisen Überlassung sage ich auch nichts. Ich durfte ja damals von simyo aus das erste Chromebook testen. Ich wollte es denen dann abkaufen, was aber nicht möglich war. Hab mir dann paar Wochen später eines direkt gekauft.

    Im Reisebereich oder auch bei Kosmetika ist es aber eher nicht möglich, etwas leihweise zu bekommen. Und gerade da ist es wirklich heftig, was sich einige da herausnehmen.

  4. Hallo,
    das ganze Thema erinnert mich an die Fotografie. Jeder der eine Kamera halten konnte, bemühte sich früher um einen mehr oder weniger seriösen Presseausweis. Einen echten Nutzen brachten diese Karten jedoch nicht.

    In der Blogger-Szene geht es aus meiner Sicht jetzt um zwei Dinge. Da ist der Status des Besonderen: „Ich bin was besseres, ich bekomme was gratis“ und dann das Ziel, einen kommerziellen Nutzen aus dem Blog zu ziehen. So entsteht der „Bettel-Wildwuchs“. Ob die Artikel dadurch besser werden, möchte ich dahingestellt lassen.

    Ich mache es anders. Wenn ich einen Artikel über einen Ort schreibe, sende ich anschließend den Link an den Ort. Meist erhalte ich hilfreiche Anregungen und Tipps zurück. Für mich geht es dabei nur um ein zusätzliches Feedback. So bekomme ich zwar keine Geschenke, aber wertvolle Hinweise.

  5. Hi,

    naja Presseausweise können durchaus nützlich sein (und ich meine die echten). Da kann man sich dann nämlich mal auf Messen in die Presselounge zurückziehen und dort mal in Ruhe einen Blogbeitrag bearbeiten, Fotos hochladen usw. oder auch einfach nur mal für ne halbe Stunde die Füsse ausstrecken.

    Mir hat der Presseausweis auch bereits geholfen um Zutritt für zu mich relevanten Pressekonferenzen oder anderen Orten/Veranstaltungen zu erlangen.

    Ansonsten darf gerne auch jeder mit seinem Blog Geld verdienen oder es zumindest versuchen. Das steht ja nicht zur Diskussion und da gönne ich jedem seine Euronen, die darüber rumkommen. Aber dieses „Ich bin XYZ-Blogger, gib mir mal was umsonst“ ist einfach peinlich. Ich erlebe es gerade bei der Arbeit für einen Kunden. Wir wollen ne Bloggeraktion machen und was uns da an Blogs angeboten wird, ist zu großen Teilen grauenvoll. Teilweise sogar leere Blogs und dann beleidigt sein, wenn man halt kein 100 €-Produkt mal einfach so verschickt.

    Was den Bezug von Hinweisen angeht: ansonsten einfach mal VORAB die jeweilige Touristinformation anschreiben. Je detaillierter man denen sagt was einen interessiert, desto besser auch deren Empfehlungen. 😉

  6. Tja, wenn man sich ein Leben als „normaler“ digitaler Normade aufbauen will im Reiseblog-Business, dann kommt man da anfänglich wohl nicht drum rum!
    Ich denke mir nur eben, wenns nicht sein soll, dann solls nicht seien! Entweder es gefallen und passen die Artikel und der Schreibstil, oder man lässt es sein! erzwingen kann man im Leben nichts! 😉

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