Am 24.09.2011 fand in Köln das Wordcamp 2011 statt. Nach dem Fiasko beim Wordcamp 2010 war ich davon ausgegangen, daß die Organisatoren aus ihren Fehlern gelernt hatten. Gegen 9 Uhr fand ich mich in der Universität Köln, dem Veranstaltungsort des Wordcamp 2011, ein. Ich war zudem Zeitpunkt nicht der erste Anwesende.

Irgendwann gegen halb zehn öffnete dann auch die Anmeldung. Jeder konnte sich sein Namensschild selbst zusammenkritzeln, der erster Fehler. Da ja bekannt war wer kommt, hätte man die Schilder durchaus vordrucken können, denn handschriftliche Kritzeleien auf kleinen Schildchen zu identifizieren ist mehr als mühselig. Schön gedruckt in lesbarer Schriftgröße wäre da sicher vorteilhafter und professioneller gewesen.

Das nächste Problem was auftauchte war dann das verfügbare WLAN. Teils brach es immer mal wieder zusammen, einige Teilnehmer kamen nicht rein bzw. es würde auf ihren Geräten erst gar nicht angezeigt. Ich selbst surfte währeenddessen teilweise auch lieber via UMTS, das war wenigstens stabil.

Dann war die Eröffnungssession, doch halt das war gar keine Session. Kurze Begrüssung, keine Vorstellungsrunde, keine Sessionplanung, keine explizite Vorstellung der Sponsoren. Faktisch alles was zu einem ordentlichen Barcamp gleich zu Beginn dazu gehört, hat man hier einfach wegfallen lassen.

Gerade die weggefallene Sessionplanung führte dann später zum Ausfall von gleich vier Sessions, da deren Einreicher gar nicht anwesend waren. Bei einer Sessionplanung vor Ort wäre das definitiv nicht passiert. Auch die Vorstellungsrunde der einzelnen Teilnehmer gehört schlicht und einfach dazu. Dies mit Zeitknappheit zu begründen zeigt eigentlich nur die schlechte Vorplanung der Organisatoren.

Die Sessionräume selbst waren auch teilweise stark überfüllt, hier hätte eine Vor-Ort-Sessionplanung bei normalen Barcamps auch für mehr Transparenz gesorgt und dann hätte man die Raumbelegung entsprechend koordiniert. Der Nachteil hier war allerdings, das faktisch alle Räume gleich groß waren. Das mag für den normalen Universitätsbetrieb sicher okay sein, Barcamps benötigen aber in der Regel Räume in ganz unterschiedlichen Größen, da die Sessions zumeist auch auf unterschiedlich großes Interesse stoßen.

Zu den Session selbst. Die erste von mir besuchte Session war eine zum Thema SEO. Die sollte eigentlich für Fortgeschrittene und Profis sein, war aber eher so in Richtung Onpage-SEO für Anfänger einzuordnen. Die zweite Sessionrunde ließ ich außen vor, da eine von mir zu besuchende Session ausfiel und die anderen beiden Sessions nicht wirklich für mich interessant waren. Danach machte ich meine eigene Linkaufbau-Session, die auch auf großes Interesse stieß. Ob die gut war, dürfen gerne die Sessionteilnehmer beurteilen. Dann war Mittagspause. Ich verzog mich und suchte mir was zu essen in Köln, ein mit 3,50 € etwas teurer Döner füllte dann meinen Magen. Weiter ging es mit einer Session zum Thema WordPress und Linknetzwerke, die ich letztlich für etwas umständlich hielt. Geschmackssache halt wie man so etwas umsetzt. Danach gab es noch eine Session was man aus WordPress so alles machen kann, die war aber in weiten Teilen sehr theoretisch angelegt, sodaß ich sie verließ.

Währenddessen twitterte ich und tauschte mich mit anderen über das Wordcamp im allgemeinen aus, denn nicht nur ich sah die ganze Veranstaltung recht kritisch. Das führte dazu, daß ich auf dem Flur einen der Orgas traf der mir dann Vorhaltungen machte ich würde das Camp “hintenrum” kritisieren. Dabei sind meine Tweets doch öffentlich. Nachdem ich ihm meine Kritkpunkte nochmals darlegte, betitelte er mich als “Arschloch” und was ich denn überhaupt hier wolle, wenn doch alles so scheiße sei. Für mich war das dann Grund genug die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen. Wie ich später erfuhr, fiel eine weitere Session aus, die ich mir ansonsten noch angehört hätte.

Fazit: Außer Spesen nix gewesen. Liegt sicher auch daran, daß die meisten Orgas sich auf herkömmlichen Barcamps gar nicht rumtreiben udn so den Spirit der Barcamps nicht kennen. Schade auch wie man mit Kritikern und Ex-Sponsoren (Premiumsponsor Wordcamp 2010) umgeht. Grund für mich zukünftig von einem Sponsoring weiterer Wordcamps abzusehen, andere Barcamps freuen sich da sicher eher über Sponsoren und behandeln diese dann auch entsprechend.