Reisetipps für ein verlängertes Wochenende in Wroclaw

In diesem Jahr ist Wroclaw Kulturhauptstadt Europas. Ein Grund der Stadt einen Besuch abzustatten. Aber was macht man ein (verlängertes) Wochenende in Wroclaw?

Anreise nach Wroclaw

Vor dem letzten Krieg war man mit der Bahn in 2,5 h im damaligen Breslau. Heute dauert das mit dem Zug doch „etwas“ länger. Am Wochenende verkehrt noch bis vsl. Oktober 2016 der „Kulturzug“ zwischen Berlin und Wroclaw und benötigt pro Richtung ca. 4,5 h. Ansonsten kann man von Berlin aus mit dem Berlin-Warszawa-Express bis Poznań fahren und von dort mit dem IC nach Wroclaw weiter reisen. Oder per Bahn von Dresden über Görlitz nach Wroclaw geht auch. Es gibt auch, z.B. von Frankfurt (Main) aus, Flüge direkt nach Wroclaw.

Hotels in Wroclaw

Hotels gibt es in Wroclaw mehr als genug und das in allen Preisklassen. Vernünftige 2-3 Sterne-Hotels bekommt man inklusive Frühstück bereits zu Preisen um die 40 €/Nacht. Wer es nobler mag, der kann sich z.B. mal anschauen was ich zum 5* Sofitel Wroclaw Old Town schrieb.

Bei über 50 Hotels in der Stadt dürfte da jeder etwas für seinen Geschmack finden.

Sehenswürdigkeiten in Wroclaw

Zu sehen gibt es in Wroclaw jede Menge und wer sich auch mal abseits der Touristenattraktionen bewegt, wird staunen was es da noch alles zu entdecken gibt. Doch schauen wir mal was die Innenstadt so zu bieten hat.

Den Anfang macht gleich der Hauptbahnhof Wroclaw Glowny. Ja, das topsanierte Empfangsgebäude sollte man sich ruhig mal etwas näher betrachten. Sowas gibts in Deutschland fast nirgends. Vielleicht hat Görlitz da noch leichte Chancen qualitativ in die Nähe zu rücken, danach hört es aber auch schon wieder auf. Also unbedingt anschauen, ist wirklich beeindruckend.

Ein paar Stationen mit der Straßenbahn gefahren und schon steht man vor der Hala Targowa, der Markthalle. Der rote Backsteinbau lässt von außen aber nicht erahnen, was einen erwartet wenn man durch die recht unscheinbaren Türen das Gebäude betritt. Nicht nur die zahlreichen Stände lassen einen erstmal erstaunen, noch mehr wohl die gewaltigen Betonstreben, die man von außen auf keinen Fall erwartet hätte. Einfach mal die Treppe rauf und oben langlaufen und sich das von dort aus anschauen und beeindrucken lassen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Unweit der Hala Targowa verläuft die Oder und damit kommen wir zu einem weiteren Höhepunkt: die kleinen Inseln in der Oder, die mittels Brücken miteinander verbunden sind. So kann man von einer Insel zur anderen spazieren. Zwischendurch schlängelt sich die Oder. Bei schönem Wetter lohnt sich da auch eine Bootsfahrt auf der Oder. Für kleines Geld gibt es entsprechende Angebote dort. Die verschiedenen Brücken selbst sind aber auch einen Blick wert, da sind einige sehr schöne Exemplare darunter. So etwas wird heutzutage gar nicht mehr als Neubau entworfen.

Auch ganz in der Nähe ist die Dominsel Ostrow Tumski und alleine schon der Blick vom Oderufer rüber zur Insel ist beeindruckend. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Über die Tumski-Brücke gelangt man dann rüber zum Dom. Das kleine Domviertel ist wirklich sehr schön und wenn man schon man hier ist, kann man sich auch gleich noch den Botanischen Garten anschauen. Bitte aber beachten, daß man den Eintritt in selbigen ausnahmsweise nur in bar bezahlen kann.

Ein absoluter Geheimtipp, da etwas abseits gelegen, ist der alte Wasserturm. Der stammt noch aus der deutschen Ära, was man auch an den außen angebrachten Schriftzügen gut erkennen kann. Ich wüsste jetzt nicht, so einen schönen Wasserturm irgendwo in Deutschland schon mal gesehen zu haben. Unten ist übrigens ein sehr nettes Bistro drin, oben ein edleres Restaurant. Zumindest das Bistro und seine herrlichen Torten kann ich wirklich empfehlen.

Ganz wichtig für die Menschen dort, und inzwischen auch für die Touristen, sind die Zwerge. Es gibt über 200 kleine Zwerge, die in der Stadt verteilt sind und alle sehen sie anders aus oder machen etwas anderes. Vor einer Bank steht einer und hebt Geld an einem Automaten ab, einer liegt in einem Bettchen und schläft, wobei das Bettchen direkt vor einem Hotel steht. Und so gibt es ganz viele davon. Am besten in der Touristinformation den Zwergenstadtplan kaufen und dann die Stadt nach den kleinen Wichten absuchen. Mal eine ganz andere Art eine Stadt zu erkunden, denn man muß dabei nicht nur nach links und rechts oder geradeaus gucken, sondern auch nach oben und unten, um die kleinen Zwerge zu finden. Macht aber wirklich viel Spaß!

Ganz wichtig auf der Liste der Sehenswürdigkeiten ist natürlich der Rynek mit dem gotischen Rathaus in der Mitte. Und an den Rändern lauter historische Gebäude, eines schöner als das andere. Auch die umliegenden Straßen haben da eine Menge in dieser Hinsicht zu bieten. Bars, Cafés und Restaurants gibt es hier Tür an Tür, da muß wirklich niemand verhungern oder verdursten. An den Rynek schließt unmittelbar der Plac Solny an, der ebenso mit zahlreichen schönen sanierten Häusern aufwarten kann. Da hat man mehr als genug also anzuschauen.

Lohnenswert ist auch eine Besichtigung der Jahrhunderthalle. Da gelangt man mit der Straßenbahn hin, kann aber auch zu Fuß gehen. Wer zu Fuß geht, kann die Oder nicht nur über die beeindruckende Grunwaldzki-Brücke überqueren, sondern stattdessen auch mit einer Seilbahn fahren.

Sehr sehenswert ist auch das Panorama von Racławice. Es ist über 100 Jahre alt und zeigt die Schlacht bei Racławice im Jahre 1794. Es war eine der wenigen bedeutenden Schlachten, die die Polen gewannen. Hat aber an der dritten polnischen Teilung anno 1795 auch nichts ändern können. Dennoch unbedingt eine der begrenzten Eintrittskarten sichern und die halbstündige Führung mitmachen. Es gibt natürlich auch deutsche Audioguides.

Für Eisenbahnfreunde sind sicher noch die beiden Denkmalloks interessiert. Die eine steht am Bahnhof Wrocław Świebodzki, die andere, hoch aufgerichtet, am plac Strzegomski.

Die zahlreichen Kirchen, Museen, Parkanlagen habe ich jetzt hier noch gar nicht aufgezählt. Allerdings dürfte klar sein, daß dafür auch ein verlängertes Wochenende nicht wirklich ausreicht.

Essen gehen in Wroclaw

Auch kulinarisch lohnt sich Wroclaw auf jeden Fall. Wer gerade in Ostrow Tumski unterwegs ist, sollte bei schönem Wetter am plac Bema bei „Polish Lody“ unbedingt ein Eis probieren. Egal wie lang die Schlange dort ist, und die kann sehr lang sein, das Anstellen lohnt sich definitiv.

Leckeres Eis, tolle Kuchen und Torten oder auch Eierkuchen mit verschiedenen Füllungen bekommt man im Amorinio Ice Cream & Grand Café, nahe des Rynek. Persönlicher Tipp: die Eierkuchen mit Früchten, Eis und Sahne. Riesige Portion für kleines Geld.

Wer gut polnisch essen gehen möchte, der sollte ins Kurna Chata gehen. Mal abgesehen von dem Weißwein, der nicht so wirklich überzeugen kann, ist das Essen selbst absolut zu empfehlen. Alles sehr lecker, große Portionen und das zu recht kleinen Preisen. Bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen.

Somit ist jetzt wohl alles gesagt: es gibt viel zu sehen in Wroclaw, schicke Hotels gibt es dort auch und lecker essen ist in Wroclaw auch kein Problem. Wroclaw ist also auf jeden Fall mehr als nur eine Reise wert.

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