Barcamps kämpfen mit Problemen

By | Mai 15, 2011

Seit Jahresbeginn 2011 stelle ich fest, daß einige Barcamps mit (hausgemachten) Problemen kämpfen und es dadurch bereits zu Absagen von Barcamps gab. Ich möchte als regelmäßiger Barcampbesucher mal meine Eindrücke diesbezüglich zusammenfassen und vielleicht kann das eine oder andere Orgateam diesbezüglich ja etwas davon lernen oder vielleicht führt dieser Beitrag gar zu einer Diskussion über die Barcampkultur im Allgemeinen.

Deutschland am 21.+22.05.2011

Alleine für dieses Wochenende waren folgende Barcamps geplant:

Barcamp Oldenburg
Saarcamp in Saarbrücken
Barcamp Niederrhein in Mönchengladbach

Letzteres wurde wegen zu geringer Teilnehmerzahl (11 Anmeldungen) bereits abgesagt, auch die anderen beiden Barcamps weisen mit 30 – 40 angemeldeten Teilnehmer nicht unbedingt berauschende Teilnehmerzahlen auf.

Hier liegen die ersten Fehler begraben: schlechte Abstimmung der Barcamporganisatoren untereinander. Letztlich könnte man sicher mehr erreichen, wenn sich alle Barcamporgateams mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und sich miteinander unterhalten und dann eine Terminabstimmung vornehmen. Dann vermeidet man, daß mehrere Barcamps um eine letztlich doch vergleichsweise kleine Zielgruppe an Teilnehmern konkurrieren. Rechnet man die drei o.g. Barcamps zusammen, so kommt man auf ungefähr 80 interessierte Teilnehmer insgesamt. Gäbe es nur ein Barcamp, wären wohl ca. 3/4 davon zu einem Barcamp gefahren, damit hätte es dieses eine Barcamp leichter gehabt sich zu etablieren. Das Jahr hat übrigens 52-53 Wochenenden, da braucht man nicht alles auf wenige Wochenende im Jahr zu beschränken.

Das Wichtigste ist die Lage

Saarbrücken, Mönchengladbach und Oldenburg haben etwas gemeinsam – sie liegen recht dezentral, sodaß es für viele recht umständlich und langwierig ist dorthin zu gelangen. Von Magdeburg aus ist Saarbrücken ca. 6-7 Stunden entfernt, egal ob per Auto oder Bahn. Damit ich solche langen Reisen mache, muß es sich für mich schon lohnen, z.B. durch entsprechend hohe Teilnehmerzahlen. Somit stellt sich auch die Frage ob es wirklich Sinn macht am „Arsch der Welt“ ein Barcamp zu organisieren. Zentral(er) liegende und gut zu erreichende Orten bieten hier sicher einige Vorteile. Und nur weil ein Veranstaltungskonzept gut ist, heißt es nicht, daß es sich wirklich überall genauso erfolgreich anwenden läßt.

Auf die Orga kommt es an

Wer schon ein oder mehrere Barcamps organisiert hat, die auch noch gut funktionierten, der hat bei den Teilnehmern natürlich einen entsprechenden Bonus. Zudem kommt hinzu, daß solche Leute auch ein entsprechend großes Netzwerk haben und somit gut für ihr Barcamp werben können. So etwas erlebt man alljährlich in Hamburg, aber auch beim Barcamp Ruhr in Essen. Orgas die selbst nicht aktiv an anderen Barcamps teilnehmen, dort Kontakte knüpfen, Sessions halten oder sich anderweitig in der Szene bekannt machen, haben es entsprechend schwerer die Barcampinteressenten für sich zu gewinnen.

Fehler vermeiden

Wer einmal größere Fehler bei der Barcamporganisation gemacht hat, der hat es bei einem Zweitversuch häufig schwer. Deshalb ist es ratsam vorab erstmal selbst an mehreren Barcamps teilgenommen zu haben um zu wissen worauf Barcampteilnehmer Wert legen (Stichwort: WLAN).

Viel hilft nicht immer viel

Nur weil man selbst schon mehrfach an Barcamps teilgenommen hat, heißt das ja nicht, daß man gleich selbst eines organisieren muß. Man sollte sich vorab ernsthaft fragen, ob es Sinn macht wirklich noch ein weiteres Barcamp organisieren zu wollen. Vielleicht wäre es manchmal auch einfach besser sich aktiv in bereits bestehende Orgateams anderer Barcamps einzubringen, als immer wieder neue Barcamps aus dem Boden stampfen zu wollen. Je größer die Auswahl, desto schwieriger haben es die Interessenten sich zu entscheiden und letztlich gewinnt dabei niemand etwas.

Ich weiß nicht ob und was meine Zeilen hier erreichen, aber vielleicht denkt der eine oder andere mal drüber nach. Es bringt niemandem etwas, wenn Barcamps angekündigt und dann wieder abgesagt werden. Das schadet nur dem Veranstaltungskonzept Barcamp im Allgemeinen.

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