Reisetipps: Drei Tage in Kraków

Ein (verlängertes) Wochenende in Kraków verbringen? Kein Problem, die Stadt hat jede Menge zu bieten, wie ich selbst vor Ort erfahren durfte.

Ein paar Empfehlungen für all jene die mal nach Kraków fahren wollen an dieser Stelle von mir.

Anreise nach Kraków

Wer per Flieger anreist, kann mit dem Bus der Linie 208 direkt in die Innenstadt fahren. Für die Bahnanreise empfehlen sich die Routen (Berlin) – Poznań – Warszawa – Kraków oder (Berlin) – Poznań – Wroclaw – Kraków. Der Hauptbahnhof Kraków Glowny liegt direkt in der Innenstadt.

Hotels in Kraków

Hotels gibt es jede Menge in Kraków. Wer etwas sparen will, bucht eines der Hotels die etwas weiter weg von der Innenstadt sind, z.B. das Novotel Kraków City West.

Sehenswürdigkeiten in Kraków

Kraków zählt zu den meistbesuchtesten Städten Polens. Das merkt man auch schnell, denn die wichtigsten Touristenattraktionen sind überfüllt mit Touristen. Damit muß man klarkommen, wenn man nach Kraków fährt. Wer den Rynek, den großen Marktplatz, menschenleer sehen möchte, der muß halt sehr früh aufstehen und dann so gegen 6-7 Uhr seine Besichtigungsrunde drehen. Das frühe Aufstehen fällt in Kraków übrigens leichter, denn aufgrund der Lage und der gleichen Zeitzone wie Deutschland, wird es in Kraków ungefähr eine Stunde früher hell als in Deutschland, aber auch früher dunkel.

Der Rynek bildet den Mittelpunkt des historischen Stadtzentrums. In der Mitte stehen die Tuchhallen, die sind nicht nur von außen, sondern auch von innen sehr beeindruckend. Drinnen bieten allerhand Stände diverse Souvenirs an. Rund um den Rynek gehen zahlreiche Straßen ab, die mit schön sanierten alten Häusern aufwarten können. Jugendstil, Barock… hier trifft man zahlreiche Baustile und auch einige Rest der Stadtmauer und Stadttore der mittelalterlichen Stadtbefestigung, kann man hier entdecken.

Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt ist der Wawel, der Burgberg mit dem Königsschloss, denn bis Ende des 16. Jahrhunderts war Kraków die Hauptstadt Polens. Daraus ergibt sich bis heute eine Rivalität mit Warszawa. Der Burgberg und der Innenhof kann frei besichtigt werden. Für die diversen Räumlichkeiten ist Eintritt zu zahlen und da beginnen die Probleme. Erstens: man kann da nicht einfach Eintritt zahlen und dann reingehen, sondern bekommt dann eine Eintrittskarte für eine bestimmte Uhrzeit. Auch sind die Eintrittskarten pro Tag limitiert. Am ersten Tag waren schon alle ausverkauft als ich dort war, am zweiten Tags gabs eine endlose Schlange an der Kasse und an meinem dritten Tag vor Ort (Montag) waren die Räumlichkeiten geschlossen. Also: wer rein will, sollte sich morgens sehr früh anstellen und einiges an Zeit mitbringen um an die begehrten Eintrittskarten zu gelangen. Leider kann man die nicht online reservieren.

Spätestens seit dem Film „Schindlers Liste“ ist das jüdische Viertel Kazimierz für Touristen zu einem Anziehungspunkt geworden. Hier findet man sehr gut sanierte alte Häuser, ebenso aber auch noch viele die total runtergekommen sind. Dazwischen mehrere jüdische Synagogen, die man auch besichtigen kann. Aber Obacht, die Besichtigung ist mit Zahlung eines Eintrittsgeldes verbunden, das in bar zu entrichten ist. Und jede Synagoge verlangt da ihr separates Eintrittsgeld. Ansonsten sieht man viele interessante Gebäude und die hebräischen Anschriften wirken für jemanden der sowas bisher nicht kannte durchaus wie aus einer anderen Welt. Hier kann man eine ganze Menge Zeit verbringen, sollte sich aber darüber im Klaren sein, daß man nicht alleine dort ist. Es wimmelt hier nur so von Touristen, seine Ruhe wird man dort eher nicht finden. Auch hier gilt: wer das jüdische Viertel menschenleer sehen will, muß ganz früh dort sein. Aber es lohnt sich auf jeden Fall Kazimierz mal anzuschauen, das ist irgendwie eine eigene Stadt in der Stadt.

Die Fabrik von Oskar Schindler ist ebenfalls ein sehenswertes Ziel. In der alten Fabrik ist ein Museum über die Nazizeit in Kraków eingerichtet. Um Oskar Schindler und seine Fabrik selbst geht es dabei nur ansatzweise in zwei kleineren Räumen. Aber auch der Rest ist sehr interessant gestaltet und absolut sehenswert. Montags kann man das Museum übrigens kostenlos besichtigen.

Ungefähr zehn Kilometer von Kraków entfernt befindet sich das Salzbergwerk Wieliczka. Das ist UNESCO Weltkulturerbe und jedes Jahr besuchen rund eine Million Menschen das Bergwerk. Hier kommt man nur mit einer Führung rein. Die findet bis zu zweimal täglich auch in deutscher Sprache statt. Die Führung dauert ca. 1,5 h und ja, es hat teilweise etwas von einem Schnelldurchlauf. Bei bis zu 9.000 Besuchern pro Tag irgendwie nachvollziehbar. Dennoch unbedingt zu empfehlen. Die Eintrittskarten kann vorab online bereits kaufen und tauscht an der Kasse seinen Kaufbeleg gegen die Eintrittskarte um. Und lohnenswert ist eine Besichtigung hier auf jeden Fall. In Salz gehauene Statuen, ein Altar aus Salz, Salzseen – das ist alles sehr beeindruckend. Anreise ab Kraków Glowny am besten mit dem Zug. Kostet nur 3 Zloty und kostenloses WLAN gibts im Triebwagen auch. Einfach bis zur Endstation fahren und von dort sind es nur 3-4 Minuten Fußweg zum Bergwerk. Mit An- und Abreise und der Führung und bissel so umschauen auf dem Gelände und im Ort sollte man aber durchaus 4-5 h einplanen. Ist auch ideal für einen eher verregneten Tag geeignet oder wenn es zu heiß ist um sich durch eine überhitzte Stadt zu quälen.

Unabhängig von all den touristischen Anziehungspunkten ist es auch unbedingt zu empfehlen die abseits des Stadtzentrums gelegenen Stadtteile zu Fuß, mit dem Bus oder der Straßenbahn zu erkunden und so in das normale polnische Leben einzutauchen. Schöne Parkanlagen, beeindruckende Kirchen und viele Straßen mit schönen alten Gebäuden gilt es dort zu entdecken, wo Touristen sich eher weniger rumtreiben. Und wer mag, kann bei einer Bootsfahrt auf der Weichsel die Stadt vom Wasser aus betrachten.

Man schafft in drei Tagen definitiv nicht alles anzuschauen. Da ist bei mir selbst auch noch einiges liegengeblieben. Also fährt man vermutlich eh noch einmal hin um sich den Rest auch anzuschauen. Kraków schafft es auf jeden Fall den Besucher zu überzeugen noch einmal wieder zu kommen. Und natürlich hat auch jeder andere Interessensschwerpunkte: das Krakówer Ghetto, Auschwitz oder auch das eine oder andere Museum sind für manche vielleicht interessanter. Langweilen wird sich in Kraków aber wirklich niemand, dafür gibt es da viel zu viel zu sehen.

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