Quo vadis, Barcamp?

Nach über 50 Barcampteilnahmen stelle ich fest, daß die Luft irgendwie raus ist. Es ist nicht mehr so wie früher.

Was hat sich geändert?

Immer mehr Barcamps sind nicht mehr das, was ihr Name eigentlich beinhaltet: offen für alle. Waren Barcamps zu Beginn komplett kostenlos, haben sich später Teilnahmegebühren von 10-20 € eingebürgert, die sicher für die meisten auch noch zu bezahlen sind. Begründet wurden die durch die hohen No-Show-Raten, die teilweise nicht mehr zu akzeptierende Formen annahmen. 20, 30, 40 oder gar 50 % No Shows durfte man immer wieder erleben.

Was ich in letzter Zeit erlebe, sind steigende Gebühren, teilweise gehen diese sogar bereits in den dreistelligen Bereich. Damit ist für mich ganz klar eine Grenze überschritten, denn das hat mit „offen für alle“ nichts mehr zu tun.

Dazu erlebe ich immer wieder Dinge, die mich den Kopf schütteln lassen. Begrenzung der Teilnehmer je Zielgruppe, als 5 davon und 10 davon usw. oder gar daß man sich nur „bewerben“ kann und der Organisator entscheidet wer teilnehmen darf und wer nicht. Was bitte hat das mit Barcamp zu tun und wieso wird so etwas so verkauft?

Ich habe auch das Gefühl, daß einige versuchen sich über die Teilnahmegebühren an so einem Barcamp finanziell gesund zu stoßen. Es geht teilweise gar nicht mehr um den Spirit, den solche Camps verbreiten.

Ich würde mir wünschen, daß Barcamps wieder so werden wie ich sie 2009/2010 kennengelernt habe. Ansonsten steuern wir drauf zu, daß aus den Barcamps normale Konferenzen werden. Ist das wirklich gewollt?

7 Comments

  1. Frank aus Hamburg

    Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Während man noch im letzten Jahr für Camps 20€ bezahlt hat kosten diese nun regulär 90€ und werden auch noch von Sponsoren mitfinanziert! Das sind ja schon fast Kongresspreise. Die Leute die sowas verzapfen sprachen früher noch von Bildungsauftrag, Gemeinschaft und Wissensaustausch. Eine bizarre Wendung! Gruß Frank

  2. Olli

    Die Einteilung in Quellgruppen und deren Reglementierung wie beim Tourismuscamp finde ich partiell sinnvoll. Was nutzt dir das Camp, wenn nur 90 Agenturen da sitzen?

  3. Kevin

    Tja, Bildung kostet. Um Wettbewerbsvorteile besser nutzen zu können, bin ich dafür, Barcampkosten grundsätzlich im dreistelligen Bereich einzuführen. Inzwischen sind SEO, PPC und Social Media bereits zu Stammtischthemen verkommen. Eine Entwicklung, die mich wütend macht. Die Free Sharer sind das größte Übel in der Informationsgesellschaft!!

  4. Tim G.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, außer dem SummerCamp Alfeld (ist ja irgendwie auch ein ganz eigenes Ding für sich), habe ich bisher leider keine anderen Barcamps besucht und kann diese Situation nicht aus persönlicher Erfahrung Beurteilen.
    Darüber hinaus kenne ich (als aktiver Teilnehmer) auch noch das ConventionCamp Hannover, aber das ist ja per Definition auch eher eine (Un)Konferenz.
    So wie ich den Sinn von Barcamps verstehe, würde ich durchaus einen kleinen Obolus auf Grund der No-Show-Rate akzeptieren, aber keine sonstwie geartete Teilnahmegebühr.
    Von einer Vorauswahl/Gruppeneinteilung halte ich bei Barcamps gar nichts, das geht m.M.n. voll am Sinn vorbei. Begrenzte Teilnehmerzahlen auf Grund von Location etc. sind ok, aber dann sollte die Tickets in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben werden.

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