40 Jahre electra – Jubiläumskonzert in Dresden

By | Mai 21, 2009

Irgendwie hab ich es noch gar nicht richtig verarbeitet, dieses Jubiläumskonzert „40 Jahre electra“ am gestrigen Abend im Dresdner Kulturpalast. Nachdem sich die Semperoper wohl quergestellt hatte (sehr schade!!!), wurde der Kulturpalast Dresden als Veranstaltungsort gewählt. Die 2.435 Plätze im Kulturpalast Dresden waren auch komplett ausverkauft. Da ich unsere Tickets bereits recht frühzeitig gekauft hatte, war es mir gelungen Plätze in der ersten Reihe, direkt in der Mitte der Bühne zu bekommen. Besser gings eigentlich gar nicht.

Bevor ich näher auf das Konzert eingehe, hier erstmal etwas zu den Mitwirkenden:

electra:
Andreas „Bruno“ Leuschner – Keyboards, Piano
Falk Möckel – Schlagzeug
Eckehard Lipske – Gitarre
Wolfgang „Kuddel“ Riedel – Baßgitarre
Gisbert Koreng – Akustikgitarre, Gesang
Bernd Aust – Querflöte, Saxophon, Klarinette
Stephan Trepte – Gesang
„Mampe“ Peter Ludewig – Gesang

Neue Elbland Philhamonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christian Voß

Großer Chor Hoyerswerda* unter der Leitung von Kerstin Lieder
*zusammengesetzt aus: Amici della musica, Gemischter Chor Hoyerswerda e.V., Kammerchor Hoyerswerda e.V., Chor Seidewinkel e.V., Chorgemeinschaft Wiednitz e.V., Oratorienchor Hoyerswerda, Frauenchor „misica viva“ e.V. Leippe-Torno, Chor der Brauchtumsgruppe Schwarzkollm, Männerchor Lohsa e.V., Mädchenchor „Cantemus“ und Vokalgruppe „Lessingers“ des Lessinggymnasiums Hoyerswerda.

Jens-Uwe Mürner – Tenor

Spätestens nach dieser Auflistung dürfte jeder mitbekommen haben, daß es sich dabei bei weitem nicht nur um irgendein Rockkonzert gehandelt hat.

Das Programm:

Intro – Neue Elbland Philhamonie
Säbeltanz
Einmal ich, einmal du
Vier Milliarden
Frau im Spiegelglas
Die sixtinische Madonna
– Der Maler
– Madrigal „lo ti voria“
– Das Bild
– Der Betrachter

— Pause —

Boureé
Locomotive Breath
Still got the blues
Türkischer Marsch
Wenn die Blätter fallen
Wie im Film
Weiter, weiter
Das kommt weil deine Seele brennt
Der grüne Esel
Tritt ein in den Dom (incl. Overtüre)
Nie zuvor
Good golly, miss molly
Seh in die Kerzen

Für die Rocksuite „Die sixtinische Madonna“ hatten sich electra klassische Unterstützung geholt, den Tenor Jens-Uwe Mürner.

Als der Tenor zu singen begann, lief mir eine Gänsehaut über den ganzen Körper und das lag nicht an den Temperaturen im Kulturpalast. Die Stimme von Jens-Uwe Mürner konnte wahrlich beeindrucken. Dazu der rund 100 Personen umfassende Chor, der dafür sorgte, daß diese Aufführung allen Beteiligten wie auch Konzertbesuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zu bedenken geben sollte man auch, daß electra die komplette Rocksuite erstmalig nach 30 Jahren wieder aufführte. Somit war diese Aufführung auch historisch denkwürdig und einmalig.

Bei Bernd Aust’s Querflötensolo bei „Locomotive breath“ staunten auch die Philharmoniker nicht schlecht, als der 64jährige Aust auf einem Bein stehend bewies, daß er noch nicht zum alten Eisen gehört .

Als Mozarts „Türkischer Marsch“ erklang, eines der wenigen Stücke ohne orchestrale Begleitung, war selbst Generalmusikdirektor und Chefdirigent Christian Voß total aus dem Häuschen. Zum einen lag dies garantiert an Bernd Austs Qualitäten als Flötist, zum anderen dürfte es auch ein Philharmonieorchester nicht täglich erleben, daß das Publikum bei einem klassischen Stück so frenetisch mitklatscht und jubelt. Die Begeisterung sah man Christian Voß jedenfalls merklich an.

Für „Tritt ein in den Dom“, das zweite Stück mit Unterstützung durch den Großen Chor Hoyerswerda, hatte Bernd Aust extra für diesen Abend eine Overtüre komponiert, mit der die Neue Elbland Philharmonie bewies was in ihr steckt. Und das tat sie sehr gut. Große Hochachtung auch an Bernd Aust, denn auch für einen so erfahrenen Rockmusiker wie ihn gehört es garantiert nicht zum Alltagsgeschäft Overtüren für Philharmonieorchester zu komponieren.

Das Konzert wurde übrigens aufgezeichnet und soll als Livemitschnitt auf DVD erscheinen. So kann ich mir dieses einzigartige Konzertevent regelmäßig wieder zurückholen und neu erleben.