Büro – nein danke

By | September 22, 2010

Vor paar Tagen fragte mich jemand, warum ich mir denn kein Büro nehmen würde, zumal ja mein Personalbestand immer weiter wächst. Für mich spricht aber mehr gegen ein Büro als dafür. Daher möchte ich mal an dieser Stelle erläutern was für mich gegen ein Büro spricht:

Es fallen Kosten für Büromiete, die Anschaffung der Technik sowie der Büromöbel an. Zudem müssen separate Verträge für Telefon, DSL und Strom abgeschlossen werden. Außerdem fallen die Arbeitswege zum Büro weg. Auch dadurch können Kosten entstehen.

In den letzten knapp vier Jahren in denen ich Mitarbeiter habe, habe ich eine so geringe Krankheitsquote gehabt, daß mich darum manch anderes Unternehmen beneiden täte. Von meinen festangestellten Mitarbeitern kamen in diesem Zeitraum genau zwei Krankenscheine a 1 Tag. Hätte ich ein Büro, würde die Krankheitsquote sicherlich höher liegen. Schon alleine aus diesem Grund spreche ich mich gegen ein Büro aus.

Auch die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten verringert sich ohne Büro. Wer nicht mit Bussen und Bahnen zur Arbeit fährt sondern daheim arbeitet, der kommt weniger mit Personen die ansteckende Krankheiten haben in Kontakt und somit verringert sich die Ansteckungsgefahr. Das widerrum wirkt sich auch positiv auf die Zahl der Arztbesuche auf und den Bedarf an Medikamenten. Letztlich sparen dadurch auch die Krankenkassen Geld.

Ein weiterer Punkt sind Wegeunfälle. Wer nur, wie ich, vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer muß um auf Arbeit zu sein, der kann z.B. nicht in einen Autounfall verwickelt werden auf dem Weg zur Arbeit oder zurück. Die Berufsgenossenschaften und natürlich der Arbeitgeber selbst wissen so etwas zu schätzen.

Fazit: viele können davon profitieren, wenn man von daheim aus arbeitet und nicht ins Büro muß. Letztendlich sogar der Kunde des Arbeitgebers, denn wenn der Arbeitgeber geringere Kosten hat, kann er seine Dienstleistung/sein Produkt auch entsprechend günstiger anbieten.

Ich persönlich halte viele Büroarbeitsplätze für überflüssig. Vieles kann man auch von daheim aus machen. Gerade auch für viele Alleinerziehende ist ein Homeoffice-Arbeitsplatz wohl ideal geeignet. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, daß der Trend zum Homeoffice immer stärker zunehmen wird. Mal schauen wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird.

0 thoughts on “Büro – nein danke

  1. Malte Landwehr

    Im Büro hast du die Leute besser im Blick und kannst ruhigen Gewissens nach Zeit abrechnen. Im Büro kannst du Sicherheit der PCs und Backups vereinheitlichen, was Datenverlusten vorbeugt. Ein Büro hilft vielen Menschen zwischen Arbeit und Privat zu unterscheiden. Im Büro kann man in einem kurzen Gespräch kreative Ideen besprechen. Im Büro kann man sich besser gegenseitig unterstützen („wie geht das noch gleich?“, „Wo ist der Knopf?“). Im Büro sieht man auf einem Blick ob alle Zeit für ein Meeting haben. Im Büro kann man gemeinsam Essen gehen.

    Da du so auf Gesundheit achtest:
    Im Büro kann man Obst als Snack anbieten, damit die Mitarbeiter sich gut ernähren. Auf dem Weg zur Arbeit können die Mitarbeiter sich körperlich betätigen (und wenn es nur das Stehen in der U-Bahn ist), was gut für die Gesundheit ist. Im Büro können sich soziale Kontakte zwischen den Mitarbeitern entwickeln, was Vereinsamung und Depressionen vorbeugt.

    1. Torsten Post author

      Nach Zeit rechnen wir nicht ab, und selbst das wäre vom Homeoffice aus möglich. Meine Mitarbeiter muß ich nicht ständig im Blick haben. Die wissen alle auch so, daß die Firma nur überlebt, wenn alle 100 % geben und die wollen ja auch alle ihren Job behalten. Obst kann man übrigens auch daheim essen. 😉

  2. Mike

    „Nach Zeit rechnen wir nicht ab“ – Soll heißen du hast keine festangestellten Mitarbeiter die x Stunden die Wochen gegen Entlohnung arbeiten?

    1. Torsten Post author

      Nein, soll heißen, ich rechne gegenüber meinen Kunden nicht nach Stunden ab, sondern pauschal. Meine Mitarbeiter haben ganz normale Angestelltenarbeitsverträge mit 40 h/Woche und bekommen ein ortsübliches Festgehalt.

  3. Malte Landwehr

    Es ging mir auch nicht um das Abrechnen gegenüber dem Kunden. Im HomeOffice gibt es mehr potentielle Ablenkung und du kannst nur schwer kontrollieren ob die Leute wirklich ihre 40 Stunden arbeiten.

    Na klar kann man Obst auch zu Hause essen. Es geht aber hier um die Dinge, die du als Arbeitgeber beeinflussen kannst und da gehört die Ernährung im HomeOffice meistens nicht dazu.

    1. Torsten Post author

      Malte: Also ich kann auch im Büro niemanden zwingen Obst zu essen und auf fette Burger zu verzichten. 😉 Das mit der Ablenkung ist so ne Sache inwieweit man sich ablenken läßt.

  4. lars

    Herrlich …

    also ich finde eine Kombination aus Home- und Fest-Office als sehr gutes Mittel. Zwar sind die Kosten nicht so gering wie bei einem alleinigem Konzept mit purem Homeworking, aber die Produktivität der Arbeiter ist merklich höher. Im Gegensatz zu einem festen Arbeitsplatz, ist man @Home wirklich frei in seiner Mache und kann sich weitaus mehr entfalten. Mit den richtigen Deadlines für Projekte und regelmäßigen Meetings ist das ein Konzept das ich für durchaus Nachhaltig halte und sich in vielen Agenturen, gerade im Bereich Webworking, bewährt hat.

  5. Mark

    Ihr (Torsten und Malte) habt beide irgendwo Recht. Büro ist nicht unbedingt besser, was Ablenkung angeht („guck mal hier bei youtube“), meine Erfahrung war, dass in den Agenturen teilweise gar nicht gearbeitet wurde (v.a. wenn die Chefs mal weg waren). Das kann sicher zu Hause auch passieren, hängt aber wohl vom Charakter und Ehrgeiz ab. Und ohne Leistung wird man ja dann doch irgendwann entlassen, als Heimarbeiter vielleicht sogar eher, als andere.

    Ebenfalls vom Charakter hängt es ab, ob man nicht vereinsamt, wenn man immer Zuhause bleibt. Wer viele Hobbies hat und da Menschen trifft, hat da sicherlich weniger Probleme.

    Schön ist es natürlich, wenn man gute Arbeitskollegen hat und soziale Kontakte knüpfen kann. Aber die Gefahr, Idioten um sich rum zu haben, wird dadurch auch höher.

    Gut, dass beide Möglichkeiten zur Verfügung stehen und jeder das passende für sich finden kann. Verallgemeinern sollte man hier mMn nicht.

  6. Kevin

    @Torsten
    Wie ist das eigentlich bei Deinen Mitarbeitern? Wer bezahlt die Telefonkosten, anteilige Stromkosten, Equipment (Arbeitsmittel, Computer usw.)? Was machst Du, wenn einer Deiner Mitarbeiter zuhause stürzt, sich ein Bein bricht und das während der Arbeit? Ist der über die Berufsgenossenschaft (an die Du ja Beiträge abführen musst) versichert oder ist das anders geregelt?

    1. Torsten Post author

      Kevin: du hast sicher Verständnis, daß ich mich zu arbeitsvertraglichen Dingen hier nicht öffentlich äußern werde. Was das Thema Berufsgenossenschaft angeht, so gilt diese auch für Homeofficejobs selbstverständlich. Das ist aber allgemein so.