Das Leben ist hart

By | März 11, 2009

Das stellen manche Leute erst reichlich spät fest. In BaWÜ hat ein Amokläufer an einer Schule bissel rumgeballert. Zuerst hieß es, es gäbe 2 Tote Schüler. Mein Kommentar dazu bei Twitter:

Amoklauf in ner Schule in Stuttgart. 2 Tote Schüler = 2 x Kindergeld gespart.

Das löste bei einigen große Empörung aus. Warum nur? Seien wir realistisch. Für tote Kinder gibts kein Kindergeld mehr. Für tote Rentner keine Rente mehr und für tote Arbeitslose kein Arbeitslosengeld mehr und tote Arbeiter bekommen auch kein Gehalt mehr.

Klingt zwar hart, ist aber so. Wärs anders, wären der Staat und viel Unternehmen längst pleite.

Das Leben ist kein Ponyhof. Natürlich hätte ich auch irgendwelches Mitleid heucheln können, aber wozu? Ich kenn da niemanden. Lebendig würden die davon auch nicht mehr werden. So ist es halt, das Leben.

Das erinnert mich an den 11. September. Wenn man bedenkt wie da alle gejammert haben und wieviele davon doch letztendlich profitiert haben. Das fing im Kleinen an mit neuen Postkarten und Bildbänden die gedruckt werden mußten und hörte im Großen auf, weil Onkel George endlich nen Grund hatte mal wieder Krieg spielen zu können.

Fazit: jedes negative Ereignis hat auch seine positiven Seiten. An dem Amoklauf profitieren mindestens die örtlichen Bestattungsunternehmen und Blumenläden. Hart? Ja, aber auch realistisch.

0 thoughts on “Das Leben ist hart

  1. Chris

    Ich danke dir!
    Endlich mal jemand, der absolut meine Ansicht vertritt und diese auch genauso öffentlich vertritt.
    Ich dachte ja schon fast, ich bin alleine 😉

  2. Reiner Rusch

    Gebe Dir Recht, Matze.
    Ob das aber schön ist… ?

  3. Torsten Post author

    Hier jammern alle rum wegen 16 Toten. Wenn täglich tausende durch Krieg, Seuchen oder Unterernährung sterben kräht kein Hahn danach.

  4. Andreas

    Zitat Torsten:
    „Wenn täglich tausende durch Krieg, Seuchen oder Unterernährung sterben kräht kein Hahn danach.“

    Dann kräh solchen Mist auch nicht, wenn 10 Kinder in der Schule sterben. Über Tote macht man keine Witze und über tote Kinder schon gar nicht. Ich fände es absolut nicht witzig, wenn mein Kind darunter wäre.
    Ich halte das für rücksichtslos und gefühlsarm.

    1. Torsten Post author

      Ich finds auch nicht witzig. Aber es wird mit zweierlei Maß gemessen und so etwas kotzt mich an.

  5. Peter

    …ziemlich primitiv und makaber, diese Art der Traffic Beschaffung – findest du nicht?

    Warum schreibt einer in Twitter so einen Scheiss, bevor bekannt wird was wirklich passiert ist – um Besucher zu bekommen. Das ist nicht einmal Black Hat SEO – das ist krank!

    Aber in so zwischenmenschlichen Dingen hatten dir andere ja schon mal Defizite vorgeworfen, gelle…

  6. Heike

    Ich bin enttäuscht und entsetzt über Dein Blogposting. Das Entsetzen was da gestern angerichtet wurde ist unbeschreiblich.

    Es gibt kein Maß dafür!

    Wir befinden uns in Deutschland, hier herrscht kein Krieg. Oder doch? Jedenfalls kennen wir den Gegner nicht, das ist schlimmer noch als Krieg.

    Das Gewaltpotential wird immer höher und daran dass solch Blogbeiträge nach derartigen Attacken möglich sind, zeigt das ganz deutlich.

    Tue das einzig richtige und lösche einmal einen Beitrag, diesen!

    1. Torsten Post author

      Hallo Heike,

      nö der Blogbeitrag bleibt bestehen. Ist halt meine Meinung und jedenfalls heuchel ich kein Mitgefühl wie viele andere.

  7. R.Rusch

    Das kannst Du auch stehen lassen!
    Das zeigt nur, welchem Schweinestall Du entsprungen bist, was Du ja auch immer wieder gerne in anderen Situationen zeigst.
    Dass eine Menge Leute aus dem Sachverhalt mehr oder minder nur Kapital schlagen wollen und die Politik sich , anstatt mit z.B. einer Waffenlobby anzulegen, jetzt wieder anfängt, Videospiele usw. als primäres Problem anzusehen, ist keine Frage.
    Aber tote Schüler mit gespartem Kindergeld gleichzusetzen, ist schon nicht mehr Sarkasmus – das ist die Geschmacklosigkeit eines Volltrottels, der wahrscheinlich selbst unter Problemen leidet.

    1. Torsten Post author

      Du verstehst es nicht.

      An der Geschichte verdienen mehr Leute dran als du und ich sich vielleicht vorstellen können. Klar, keiner redet gerne über das Geschäft mit dem Tod, aber schauen wir der Sache mal ins Auge:

      Die Bestattungsunternehmen dort haben gut zu tun: 16 neue Kunden.

      Die Friedhofsgärtnereien und Blumengeschäfte haben dadurch auch mehr zu tun.

      In den Regionalzeitungen werden mehr Traueranzeigen gedruckt.

      Es werden Lebensversicherungen fällig von denen einige das Geld sicher neu anlegen werden. Verdient der Makler wieder dran.

      Paar Arbeitsplätze sind frei geworden, werden also die BaWü-Plakate womit man Lehrer sucht noch paar Tage länger rumhängen.

      Und an alledem verdient der Staat durch die Mehrwertsteuer.

      Klingt hart, ist aber die Realität. Klar machen nach außen alle einen auf betroffen, aber glaubst der Bestatter oder der Blumenladen freuen sich nicht über die zusätzlichen Einnahmen? Wird von denen keiner öffentlich sagen, aber es ist nunmal so. Frag doch mal wer davon profitiert wenn ein Flugzeug abstürzt oder es zu nem Massenunfall auf der Autobahn kommt. Es gibt immer irgendwelche Nutznießer. Will aber niemand wahrhaben.

      Willkommen im Kapitalismus.

  8. Heike

    wie jetzt, bist Du jetzt neidisch auf Bestattungsunternehmer und Blumenhändler?

    Ich denke die würden lieber Leute beerdigen, die ihr Leben gelebt haben und mit Würde alt werden konnten.

    Es ist nämlich durchaus ein schwerer Job, Menschen in ihrer Trauer beizustehen. Das ist kein reiner Inkassojob in dem es reicht ein wenig Mitgefühl zu heucheln. Man muss auf die Bedürfnisse von Trauernden eingehen können. Wie macht man das bei Eltern deren Kinder beerdigt werden müssen? Gestern morgen war für die die Welt noch in Ordnung!

    Im übrigen, Ich heuchele niemandem Mitgefühl. Ich bin tief erschüttert, mein Mitgefühl ist echt! Meines und das der meisten anderen normalen Menschen die von der Nachricht gehört haben. Ich habe zwei Kinder und bin fassungslos. Das jüngste ist gerade zur Schule gekommen. Wie erkäre ich ihm solche Vorgänge???

    1. Torsten Post author

      Klar, vermeiden läßt sich so etwas nicht. Kann auch einer mit nem Auto in ne Menschenansammlung rasen oder so. Aber ich weiß nicht wie man für wildfremde Menschen Gefühle zeigen kann. Okay, ich hab schon Probleme bei mir bekannten Menschen Gefühle zu zeigen, aber wildfremde? Damit hilft man doch eh niemandem effektiv.

      Übrigens, mich wundert daß sich niemand über zeit.de oder N24.de aufregt. Die schalten sogar Adwords auf den Begriff „Amoklauf Winnenden“. Fehlt nur noch ne ebay-Anzeige mit dem Text: „Amoklauf – jetzt günstig bei ebay kaufen“. Täte mich aber auch nicht wundern, wenn so etwas mal noch auftaucht.

  9. cora

    Kindergeld, das Geschäft mit dem Tod und den gestrigen Amoklauf setze ich ehrlich gesagt auch in keinen Zusammenhang. Du provozierst gern, oder? Ob dieses Thema dafür aber das Richtige ist?

    Du wirfst Dich mit einem Großteil der Medien in einen Topf, die alle ihre eigenen Interpretationsansätze für den Amoklauf suchen. Ob nun PC-Spiele, Vernachlässigung – alle diese Ansätze verlaufen aber im Sande und dienen nur der Auflage, dem Traffic blabla.

    Die Wahrheit ist: ein 17-Jähriger hat kaltblütig Menschen getötet. Er war fast erwachsen und hat die Waffe nicht aus Neugier beim Vater entwendet. Der wusste genau, was er tat und das ist das eigentlich Entsetzliche an dieser Tat.