Der große Jammer über die Benzinpreise

Zur Zeit wird mal wieder kräftig über die Benzinpreise geschimpft. Ich gebe zu, die sidn wirklich unnormal hoch und die Pendler können einem da leid tun. Das einzige was aber gefordert wird sind staatliche Eingriffe durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale oder Senkung der Mineralölsteuer.

Doch stellt sich anscheinend niemand die Frage was er selbst tun kann und wenn, dann kommen nur seltsame Vorschläge bei raus. Bei Facebook wird z.b. dazu aufgerufen am 01.03. nicht zu tanken. Okay, und dann? Wird weniger Sprit verbraucht dadurch? Mitnichten, denn die leute tanken stattdessen einen Tag früher oder später. Der Mineralölindustrie entsteht dadurch kein Schaden.

Gehen wir mal zurück in die 70er Jahre als es zur ersten Ölkrise kam. Damals kostet das Barrel Öl 5 US-Dollar, heute selbiges (Stand 23.02. 11:45 Uhr) 123,78 US-Dollar. Damals gab es z.b. autofreie Sonntage, heute kommt niemand mehr auf die Idee so etwas zu fordern. Wir sind bequem geworden. Anstelle selbst etwas zu verändern, wird immer von anderen gefordert etwas zu verändern.

Ich bin jetzt vier Monate ohne eigenes Auto gewesen und es hat mich nicht wirklich gestört. Meine Einkäufe habe ich größtenteils zu Fuß gemacht, längere Strecken fahre ich eh lieber per Bahn als mit dem Auto und im Zweifelsfall hab ich mir mal das Auto meiner Eltern ausgeborgt in dem Zeitraum (kam glaube 3 x vor). Alles in allem geht es häufig auch ohne Auto recht gut. Mitfahrgemeinschaften, Autovermietungen und Carsharinganbieter sowie natürlich die Bahn und der öffentliche Nahverkehr sind sinnvolle Alternativen.

Wir sind bequem geworden. Da werden selbst mal innerorts kurze Strecken mit dem Auto erledigt, obwohl es auch anders ginge. Solange wir uns aber solchen Luxus noch leisten, solange dürfen wir auch nicht über hohe Spritpreise jammern. Jeder kann selbst etwas dazu beitragen, indem er seine Fahrt auf ein Mindestmaß reduziert. Dadurch wird dauerhaft weniger Sprit verbraucht und das bringt dann wirklich was. Also ruhig mal das Auto stehen, es tut gar nicht weh.

9 Comments

  1. Conny Zschorn

    der Daniel und ich wir haben kein Auto wir machen alles per Fuß oder öffentlichen Verkehrsmittel und wenn wir mal was mit dem Auto machen müssen leihen wir uns eins aus oder fragen Freunde.
    Der Dainiel hat das Auto verkauft wo er an der Tanke gearbeitet hat . Er mußte erstens zu viel Geld ins Auto stecken und da er an der Tanke gearbeit hat hat er es kommen sehen die Preisspirale.
    Uns geht es ohne Auto gut weil es ja nicht nur die Spritpreise Sind da kommen noch die Versicherung , Steuer und Inpesktionen sowie reparaturen.
    LG Conny aus Leipzig

  2. Frank

    Sämtliche der genannten Vorschläge tragen aber nicht zur Senkung der Spritpreise bei und um die geht es ja. Wer Carsharing macht oder Autos mietet, für den kostet der Sprit auch nicht weniger. Öffentliche Verkehrsmittel sind gleich gar keine Alternative, denn die senken die Spritpreise ebenfalls nicht 😉

    Klar, Du meinst Möglichkeiten, die Spritpreise indirekt durch Verzicht für sich selber zu senken, aber das geht halt am allgemeinen Thema vorbei.

    (Ach ja: ich darf das sagen. Weder jammere ich, noch benutze ich mein Auto für jeden Weg 🙂

  3. Frank

    Doch tut es weh!
    Mit dem Auto nach Berlin-Pankow: 10 Minuten.
    Mit der Straßenbahn nach Pankow (falls nicht gestreikt wird oder Winter ist): 30 bis 45 Minuten.

    Manche haben nicht die Freizeit, sich diese im ÖPNV zu vertrödeln.
    Ganz abgesehen von den Kosten:
    3 Personen nach Pankow (3 x 2,10) sind 6,30 Euro.
    Hin und zurück also 12,60 Euro.
    Bald soll die Fahrt 2,40 kosten (Aber angesichts der Mietsteigerungen in Berlin von 50% eher ein Klacks).
    Mit dem Auto kostet es nur einen kleinen Teil davon.

    Nun kommen mir wieder die dummen Sprüche der Grünen in Erinnerung: „Dann muss man das Auto eben viel teurer machen“.
    Na klar, wir heben dann einfach unsere Preise und Stundensätze an, die Kunden haben’s ja.

    Wohl genauso denken die Ölmultis, wir haben’s ja.

  4. Frank, das geht nicht wirklich am Thema vorbei. Einer der Gründe für die hohen preise ist die angst vor Verknappung. Wird weniger getankt, wird weniger Öl benötigt und somit hat sich das mit der Verknappung wieder erledigt, dadurch sinken dann auch die Ölpreise wieder.

  5. @Frank: die von Tortsen genanntne Maßnahmen tragen selbstverständlich zur Senkung der Preise bei. Sinkt die Nachfrage, fallen auch die Preise.

  6. Sven

    Leider stimmen eure aussagen nur bedingt, unser Öl ist so teuer weil immer mehr Raffinerien zu machen, der Dollar zum Euro scheisse steht und die Öl-Preise seit 2008 sehr stark gestiegen sind.

    Aber einfach an einem Tag nicht mehr Autofahren bringt nicht viel, erstrecht wenn dann manche auch an dem Tag nicht auf das Auto verzichten aber ebend nicht Tanken.

    Fällt die abnahme Menge über einen längeren Zeitraum werden einfach die Förderqouten angepasst und schon ist wieder zu wenig Öl auf dem Markt.

    Aber wo wir schon beim Markt sind, eigentlich ist die Fed und EZB an allem Schuld, die Politik des billigen Geldes sorgt dafür das dass Geld der Banken irgendwo angelegt werden muss und Rohstoffe galten schon immer als gute Rendite bringer.

    Just my 2 cents

  7. Marc

    Nabend, wir wohnen in der Stadt, doch in einem Ortsteil, der vom öffentlichen Verkehr nahezu abgeschnitten ist (über Umwege mit Fußwegen und Wartezeit ohne Bushäuschen kann man in nur 1,5 Stunden den Bahnhof und somit die „Stadtmitte“ für 3,60 € erreichen).

    Das wußten wir nicht, als wir, aus einer anderen Stadt, herzogen und die Bushaltestellen vor der Tür haben uns, zugegeben, geblendet. Dort hält die Stadtrundfahrt… die Runde für 12,- €…

    Im Winter oder bei Schietwetter ist man hier also auf ein Auto angewiesen, im Frühling/Sommer fahren wir natürlich oft mit dem Fahrrad zur Schule, zum Kindergarten, etc.

  8. Wie Conny schon schrieb geht es sehr gut ohne Auto.
    Ich habe für die 17km Strecke von Grünau nach Paunsdorf mit dem Auto im Schnitt 30 Minuten gebraucht, mit der Strassenbahn das doppelte. Wenn man wie Frank die Verbindungskosten einzeln rechnet wird es teuer, richtig. Aber auch in Berlin gibt es Monatskarten und dann rechnet sich das auf jeden Fall. Die Zeit die Du mehr brauchst mit der Bahn kannste ja gerne gegen die Zeit verrechnen wo Du in einem Stau stehst oder an roten Ampeln.

    Abgesehen davon kann man in der Zeit auch was sinnvolles anstellen, arbeiten am Laptop / Tablet, ein Buch lesen. Oder entspannen und relaxen.

    Ich bereue den Schritt nicht aufs eigene Auto zu verzichten.
    Ich lebe ohne Auto wesentlich entspannter und brauche mir auch nicht direkt Gedanken über die Benzinpreise an der Tankstelle machen.

    Eine Monatskarte in Leipzig kostet 55,20€ (im Abo sogar nur 46,92€)
    Eine Tankfüllung eines durchschnittlichen Fahrzeugs kostet bei 55l Fassungsvermögen 82,45€ (Diesel) und 90,15€ (Super).

    Und mal ehrlich, nicht jeder hat ein Auto welches nur 5l oder weniger auf 100km braucht.

    Gruss Daniel

    Ich habe mein Auto vor gut 5 Jahren verkauft als der Super 1,22€ kostetet weil es sich für mich nicht rechnetet bei 34 Kilometern Arbeitsweg quer durch die Stadt. Ich bereue die Entscheidung nicht.
    Gerade in einer Großstadt mit (gutem) Nahverkehr, sogar rund um die Uhr braucht man innerhalb der Stadt eigentlich kein eigenes Auto.

    Zum Sprit muss man auch noch die ganzen anderen Kosten rechnen, nicht mit mir. Da gönne ich mir lieber mal eine Fahrt mit dem Taxi.

    Ausserdem kann ich ihn Ruhe mein Bierchen trinken ohne Führerscheinverlust zu befürchten 🙂

    Abgesehen davon mal ein paar Meter laufen und den Einkauf im bis nach Hause tragen statt nur bis zum Kofferraum hat noch keinem geschadet.

  9. Sprit wird sicherlich nicht günstiger. Als Pendler habe ich meine regelmäßigen Fahrten zur Arbeit und zurück bei der Mitfahrzentrale eingetragen und kann so einen Teil der Kosten wieder rausholen. Bei längeren Strecken zwischen größeren Städten finden sich häufig Leute, die mitfahren.
    Hier kann man auch die „Mitfahrgebühr“ den Spritpreisen anpassen.
    Auf ein Auto verzichten geht außerhalb von Großstädten gar nicht. Das magere öffentliche Verkehrsnetz zwingt einen quasi zum Verwenden eines Autos. Glück hat man hier nur, wenn man in einem Ortskern wohnt und Geschäfte des täglichen Bedarfs fußläufig erreichen kann.

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