Hilfe, ich bin ein armer Blogger und alle anderen sind böse

By | Oktober 3, 2012

Nein, ich will jetzt nicht jammern, aber so klingt es ungefähr, was derzeitig in einigen Blogs so abgeht.

Da es verschiedene Teilthemen betrifft, arbeite ich die hier Stück für Stück ab.

Streitthema Abmahnung

Zur Zeit verdienen sich einige Abmahnanwälte wohl wieder ein goldenes Näschen durch die Versendung von Abmahnungen bezüglich der Verletzung von Urheberrechtsverletzungen. Ich selbst hab zwar auch bereits zwei Abmahnungen erhalten, allerdings nie wegen einer Urheberrechtsverletzung. Das umgehe ich nämlich dadurch, daß ich

a) fast ausschließlich selbst gemachte Fotos verwende
b) fremde Fotos nur verwende wenn sie gemeinfrei sind, unter einer für mich passenden CC-Lizenz stellen oder ich anderweitig ein entsprechendes Nutzungsrecht eingeräumt bekommen habe

Wer im Jahr 2012 immer noch einfach so fremde Fotos verwendet ohne dazu ein entsprechendes Nutzungsrecht zu haben, der darf sich über eine Abmahnung nicht wundern. Es ist ja auch nicht erst seit gestern bekannt, daß einige Anwälte auf diese Weise ihr Geld verkehren. Das Thema geht bereits seit Jahren um und dürfte eigentlich jedem Blogger bekannt sein. Über die Höhe so mancher Forderung darf man sicherlich geteilter Meinung sein, sich darüber aufzuregen, daß man überhaupt abgemahnt wird, klingt eher peinlich in meinen Ohren. Da habe ich, der ich auch sehr viel blogge, absolut kein Verständnis für.

Blogger vs. Journalist

Ein Vergleich, der immer wieder gerne gezogen wird. Zumeist übrigens von Bloggern die am Tag nicht mehr Besucher auf ihr Blog ziehen wie der kürzeste Monat des Jahres an Tagen zählt. Ich freue mich, wenn ich wie bei der Bloggertour auf der Photokina 2012 mit einem Presseausweis ausgestattet werde und so doch die eine oder andere Annehmlichkeit erfahren darf. Messen wie die Cebit und die IFA und auch die Photokina bieten übrigens auch Bloggern die Möglichkeit sich zu akkreditieren.

Schlimm finde ich nur die Blogger, die halt erwarten, daß sie für ihre paar Leser vom Unternehmen den roten Teppich ausgerollt bekommen und mit Produktproben usw. überschüttet werden. Nur möchten die Unternehmen eigentlich etwas verkaufen und nicht jedem alles schenken. Also einfach mal runterkommen und wieder normal werden und sich nicht für Gott halten, dann wird man als Blogger auch ernst genommen.

Blogger werden schlecht bezahlt

Und wieder so eine Pauschalisierung bei der ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Was manche so erwarten, weiß ich nicht, aber woher soll eine Agentur im Vorfeld wissen, wieviel Besucher das jeweilige Blog im Durchschnitt pro Tag hat? Glaskugeln geben da leider keine Auskunft drüber. Wenn manch einem Blogger das angebotene Honorar zu gering ist, dann bleibt es ihm doch vorbehalten ein Gegenangebot mit einer entsprechenden Begründung und dem Nachweis entsprechender Besucherzahlen zu machen. Wenn die Zahlen überzeugend sind, wird die Agentur sicher auch beim Preis mit sich reden lassen.

Also, mal wieder viel heiße Luft die einige so von sich geben. Beim nächsten Mal vielleicht etwas länger drüber nachdenken.

In diesem Sinne noch viel Spaß beim Bloggen von einem der zwar Blogger ist, sich aber weder als Depp noch als ausgenutzt ansieht.

11 thoughts on “Hilfe, ich bin ein armer Blogger und alle anderen sind böse

  1. da]V[ax

    Hast du gelesen, was in dem Fall der Lego-Abmahnung passiert ist? Da HATTE jemand die Genehmigung des Künstlers, aber dann hat eine Bildagentur die Rechte an dem Foto gekauft und zockt DANN die Leute ab. Und bei sowas bist du selbst als ehrlicher Ich-frage-vorher-Blogger der Gearschte. Und DAS ist eine Frechheit. Wobei die ganze Sache inzwischen NOCH bizarrer geworden ist:

    https://www.crackajack.de/2012/10/03/lego-artist-is-not-represented-by-this-law-firm-not-represented-by-this-photo-agency/

    und die nächste Welle ist wohl schon im Anrollen:
    https://todamax.kicks-ass.net/blog/2012/werden-die-bonsaibaumhaeuser-jetzt-auch-abgemahnt/

    Ziemlich üble Sache, das.

  2. Vorstadtprinzessin

    Also ich versuche das ganze auch noch einmal zu erläutern obwohl ich nicht ganz verstehen kann warum es beim ersten Mal nicht schon ganz klar war / ist.

    Thema Abmahnung: Mehr als davax muss ich da nicht mehr sagen! Wer einfach immer irgendwelche Bilder verwendet und nicht gewissenhaft mit Lizensen umgeht, hat irgendwann nunmal die A-Karte. Hier war es leider so, das die Blogger reingelegt wurden. Das es eine Abmahnkanzlei gibt die wie bekloppt nach Bildern googelt und Summen fordert, die utopisch sind! Das ist ungerecht! Ensprechend mein Artikel dazu!

    Thema Blogger vs. Journalist: Was bringen wir Blogger denn? Artikel und somit PR oder nicht? Das Blogger unabhängig sind und ihre EIGENE Meinung schreiben, dies wird doch generell gerne von Unternehmen gesehen. Das wirkt doch alles so authentisch! Blogger sind ein starkes Medium und schaffen oft Trends. Das wissen Unternehmen und oft auch die Nachrichten, sonst würden sie uns nicht zitieren und einbeziehen. Ich will keinen roten Teppich und ich brauche auch nix umsonst aber manchmal werden Grenzen gezogen die mehr als unhöflich sind.

    Thema Blogger und Bezahlung: Ganz einfache Kiste. Ich nenne meine Zahlen wenn jemand danach fragt. Aber einen Link für 15 € anzubieten ist immer unverschähmt. Egal wie hoch die Visits sind. Wer mich anschreibt sieht doch automatisch anhand der Kommentare, dem Artikelarchiv etc, das meine Seite kein Mini Blog ist. Wie oft hab ich schon Anfragen erhalten bezüglich Links zu Pokerseiten. Neulinge gehen da gerne drauf ein, da sie keine Ahnung haben und das ist traurig, dass diese so ausgenutzt werden!

  3. Astrid Radtke

    Ich finde, man muss nicht unbedingt auf die Abmahnanwälte schimpfen, wenn man wegen Urheberrechtsverletzungen abgemahnt wird. Schließlich halten sich die meisten an die Vorgabe und investieren deshalb Zeit und Geld.
    Wenn es sich jemand einfach macht oder sich im Netz bewegt ohne sich um die Vorschriften zu kümmern, muss vielleicht mal einen Dämpfer erhalten, der weh tut.

    Es besteht eben immer noch die Annahme, dass im Internet schnell und leicht Geld zu verdienen sei. Wer aus diesem Grunde bloggt und nicht, weil er auch etwas mitzuteilen hat, sollte es am besten lassen.
    Ein Blog verschafft sich erst mit viel Arbeit eine kontinuierlich wachsende Leserzahl. Es ist wie im realen Leben: Geld verdienen artet eben im Allgemeinen in Arbeit aus 🙂

    Anfragen für bezahlte Artikel steigen mit der Bekanntheit des Blogs. Wer nur darauf schielt, was schief läuft, verschwendet die notwendige Energie beim eigenen Blog für Verbesserungen zu sorgen.

  4. Pingback: Aktueller Abmahnstand | We like that

  5. Peter Sil

    Ihr seid wohl auch der Meinung, dass Frauen die sich aufreizend kleiden selber schuld sind, wenn sie sexuell belästigt werden!

    1. Torsten Post author

      Peter, du vergleichst hier Äpfel und Birnen. Wie gesagt, am einfachsten ist es man macht alle Fotos selbst und nebenbei bemerkt, das macht sogar richtig Spaß.

  6. Vorstadtprinzessin

    Astrid ich gebe dir vollkommen recht aber bei allen Abmahnungen war dies nicht der fall!

    Obwohl Blogger die Genehmigung der Künstler hatten und die sich öffentlich sogar von den Kanzleien distanzieren, wurden Abwahnungen versendet.

    Es geht sogar so weit das Personen Bilder aus Presseartikeln nutzten, diese Bilder später von einer Bildagentur aufgekauft wurden und nun entsprechend Abmahnen.

    Da ist nicht gerecht und keiner der Blogger ist leichtfertig mit den Bildrechten umgegangen.

    Es wurden sogar Personen verklagt sie nichts mit ihrem Blog verdienen. Ich weiß die Sache ich etwas kompliziert und ich sag auch nicht das jeder hier jeden Artikel lesen muss, aber in diesen Fällen werden Blogger einfach zur abgezockt!

  7. Klaus

    Je bekannter ein Blog wird umso mehr Anfragen für bezahlte Blogartikel erhält man – soweit klar. Die Angebote sind dabei allerdings von vielen Firmen unterste Schublade. Selbst wenn man ganz gute Zahlen vorweisen kann – es greift das Massenprinzip – und der Zweck ist ja nicht unbedingt die Informationsverbreitung sondern ein allen bekannter Grund der mit einer Suchmaschine zusammen hängt. Auch die Zahlen von Peer Wandinger sind ja nicht utopisch und der macht seine Sache meiner Meinung nach schon recht gut.

    Vielleicht einfach mal das Bloggen als das annehmen was es ist und die Trauben nicht zu hoch hängen.

    Gruss Klaus

  8. Astrid Radtke

    Hallo Vorstadtprinzessin,

    die Abmahnerei bei Bloggern, was Bilder betrifft, treibt inzwischen wirklich extrem seltsame Blüten.

    Offenbar treibt die Agentur HGM Press inzwischen Mahngebühren zu Bildern ein, deren Urheber die Bilder gar nicht an HGM weiter verkauft hatten.
    Einem Blogger wurde das nun zu dumm und hat Strafanzeige gestellt https://winfuture.mobi/news/73210

  9. Pingback: Abgemahnter Schlangenkuchen und Bilderrechte - Rechtsbelehrung Folge 1 (Jura-Podcast)

  10. Pingback: Die große FAQ zu Abmahnungen wegen unerlaubter Bildernutzung - Kanzlei Dr. Thomas Schwenke

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