In Sachen Ulrichskirche

By | November 24, 2010

ist nun ein weiterer Schritt getan. Die Unterschriften des Bürgerbegehrens wurden nun ausgezählt und das Ergebnis steht fest: 13276 der eingereichten 16120 Unterschriften sind gültig. Eine Drucksache die einen Bürgerentscheid empfiehlt liegt bereits im Stadtrat vor und wird am 27.01.2011 beraten. Gemäß der Drucksache wird empfohlen den Bürgerentscheid gemeinsam mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfinden zu lassen. Damit würden für die Stadt geringere Kosten entstehen. Gleichzeitig kann man davon ausgehen, daß bei einer gemeinsamen Durchführung von Landtagswahl und Bürgerentscheid eine höhere Wahlbeteiligung zu verzeichnen ist als wenn beide Wahlgänge getrennt voneinander stattfinden würden.

Ich bin ein Gegner der Ulrichskirche und möchte hier meine Gründe diesbezüglich nochmal erläutern.

Die Befürworter der Ulrichskirche haben einige Vorschläge zur Nutzung gemacht, die ich hier mal kurz auseinandernehmen möchte.

Citykirche

Angedacht ist unter anderen eine Nutzung als sogenannte Citykirche. Schaut man sich aber mal die Entwicklung der Christen in der heutigen Zeit an, wird man schnell feststellen, daß immer weniger Menschen einer (christlichen) Kirche angehören. Hier in Magdeburg gehören nur rund 13 % aller Einwohner einer Kirche an (Quelle: Wikipedia). Im Umfeld des Stadtzentrums befinden sich zahlreichen andere Kirchen (katholisch wie auch evangelisch), sodaß Einwohner und Touristen genügend Möglichkeiten haben zu beten oder sich anderweitig kirchliche Erbauung zu holen.

Von daher besteht in der Innenstadt von Magdeburg kein wirklicher weiterer Bedarf an einem Gotteshaus.

Konzertlocation

Immer wieder angebracht wird auch der Vorschlag in der zu erbauenden Ulrichskirche Konzerte zu veranstalten. Gerade mal rund 150 Meter entfernt vom geplanten Standort befindet sich die Johanniskirche die in erster Linie für solche Zwecke genutzt wird. Auch das Kloster „Unser lieben Frauen“ und die in Stadtfeld Ost befindliche Pauluskirche werden derzeitig bereits für solche Zwecke genutzt.

Gerade die Johanniskirche schreibt durch die Veranstaltungen gerade mal eine schwarze Null und dürfte am stärksten unter der neuen Konkurrenz zu leiden haben. Wenn dann die Betriebskosten der Johanniskirche nicht mehr durch die Einnahmen gedeckt werden könnten, müßte die Stadt als Eignerin einspringen und das finanzielle Loch stopfen. Bei der doch recht angespannten Haushaltslage wäre das sicher alles andere als einfach.

Von daher sind auch für Veranstaltungen in einem kirchlichen Rahmen bereits jetzt genügend Möglichkeiten vorhanden.

Gedenkstätte für abgerissene Kirchen

Gewiß, eine solche Gedenkstätte gibt es bisher nicht, doch stellt sich die Frage ob man dafür wirklich eine abgerissene Kirche wieder neu erstehen lassen muß oder ob es nicht ausreicht eine solche Gedenkstätte in einer der bestehenden Kirchen zu integrieren. Diese freuen sich bestimmt auch über zusätzliche Besucher. Da muß man das Rad nicht zwingend neu erfinden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Finanzierung des Baues der Kirche und deren späterer Unterhalt. Während der Bau komplett über Spenden finanziert werden soll, soll der spätere Unterhalt durch Eintrittsgelder bei Konzerten sowie durch Stromeinspeisegelder von Windkraftanlagen finanziert werden. Beides zwei sehr wacklige Angelegenheite, wenn zum die Förderung von Windkraftanlagen runtergefahren wird und / oder die Einnahmen aus Eintrittsgeldern nicht in geplanter Höhe zusammenkommen. Im Zweifelsfall würde man dann wohl auf die Stadt zukommen und zu deren finanzieller Lage habe ich weiter oben bereits kurz etwas geschrieben.

Alles in allem bleibt mir nur abschließend alle Magdeburger aufzufordern beim Bürgerentscheid gegen die Ulrichskirche zu stimmen, denn damit bleibt uns eine Bauruine erspart und alle Magdeburger sowie deren Gäste können sich weiter an der jetzt bestehenden Grünfläche erfreuen. Selbige stellt übrigens einen gewissen Luxus dar, denn nur wenige Großstädte können so eine große Grünfläche inmitten des Stadtzentrums vorweisen. Ein weiterer Punkt der gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche spricht.