Meine Gedanken zum #gdlstreik

By | November 6, 2014

Ich schiebe ja schon länger einen Artikel zu dem Thema vor mir her, ist ja nicht der erste Streik in diesem Jahr. Beim ersten war ich selbst auch betroffen, konnte aber noch kurzfristig umbuchen auf den Fernbus.

Auch dieses Mal bin ich wieder betroffen, will ich doch Freitag nach Hamburg zum Barcamp und Sonnabend wieder zurück. Zumindest die Hinfahrt ist jetzt gesichert, auch wenn ich dann nach Ankunft in Hamburg etwas hetzen muß. Bei der Rückfahrt warte ich noch auf die Einspielung des Fahrplans für den Nahverkehr, danach kann ich entscheiden auf welcher Route ich dann zurückfahre. Dank 1. Klasse-Fahrkarte und BahnComfort-Status mach ich zumindest was einen Sitzplatz angeht wenig Sorgen.

Gedanken mache ich mir aber über den Streik an sich. Sicherlich dürfte jedem klar sein, daß Lokführer ein recht anspruchsvoller Beruf ist, mehr als nur paar Knöpfchen drücken. Ansonsten einfach mal ein Signalbuch geben lassen und das auswendig lernen. Darum habe ich auch gar kein Problem damit, daß die Lokführer mehr Geld verdienen wollen. Das haben sie sich wirklich verdient.

Allerdings geht es bei diesem Streik nicht in erster Linie um Geld, sondern nur um Machtspiele zwischen zwei Gewerkschaften und das ist das Problem. Das Thema Geld wäre vermutlich längst vom Tisch und alle wären irgendwie zufrieden. Ob es dann 5 % geworden wären oder halt nur 3,5 % oder so, aber man hätte sich da schon längst einigen können. Herr Weselsky schaltet da aber auf stur und will nur seine Machtposition ausbauen und dafür habe selbst ich als Bahnfan absolut null Verständnis und vielen anderen in meinem Umfeld geht es ebenso. Spätestens seit er auch noch das Schlichtungsangebot der Bahn abgelehnt hat, dürfte auch dem letzten klar werden, daß Weselsky kein Interesse an einer schnellen Einigung hat und der Bahn auch bisher nicht in irgendeiner Weise entgegenkam. Doch letzteres geht in so einer Situation dazu. Jede der beiden Parteien muß der anderen etwas entgegenkommen, sonst wird das nichts mit einer Einigung. Bisher geht aber nur die Bahn auf die GDL zu, nicht die GDL auf die Bahn und das kann es einfach nicht sein.

Das Problem was dabei noch entsteht: die GDL gewinnt mit dieser Gangart absolut keine Sympathien bei der Bevölkerung. Bei einem Streik wo es tatsächlich nur um mehr Geld gehen würde, würde das sicher anders aussehen. Und wenn selbst aus der CDU Stimmen laut werden bezüglich einer Rücknahme der Bahnprivatisierung, könnte es sein, daß die GDL den Bogen weit überspannt hat.

Vielleicht sieht der GDL-Vorstand auch bald mal ein, daß man nicht nur fordern kann, sondern auch bereit sein muß dem anderen Vertragspartner ggf. etwas entgegen zu kommen. Damit wäre letztlich allen gedient. Und nun hoffe ich mal, daß sich das Thema bald erledigt hat, denn einige Fahrten stehen im auslaufenden Jahr bei mir noch auf dem Plan.

One thought on “Meine Gedanken zum #gdlstreik

  1. Thomas Lellesch

    Zum wiederholten Male ein super Artikel von Dir. Freue mich schon auf den nächsten Blog Beitrag von Dir.

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