Netzpolitik in Deutschland

By | Oktober 20, 2011

Aus aktuellem Anlass blogge ich heute mal meine Gedanken zum Thema Netzpolitik in Deutschland. Das Thema ist ja vielfältiger als es sich so mancher vorstellen mag, sind doch davon auch Bereiche betroffen, die man ansonsten gar nicht damit in Verbindung bringen würde. Daher wird dieser Artikel sehr lang und viele verschiedene Themenbereiche umfassen. Dennoch versuche ich das ganze etwas geordnet zu bekommen.

Facebook und der Datenschutz

Bei diesem Thema sehen Datenschützer sofort rot. In Schleswig-Holstein ist man sogar bereits angetreten und versucht mit Abmahnungen gegenüber Behörden und Unternehmen Facebook-Pages zu zerstören und den Like-Button von den Webseiten zu verbannen. Grundlage dafür sind Datenschutzgesetze die auf die sich ständig ändernde Internetnutzung keine Rücksicht nehmen. Ich weiß nicht wieviel Pages es bereits in Deutschland gibt und wieviel Webseiten den Likebutton eingebunden haben, aber ich weiß ein paar andere Dinge aus persönlicher Erfahrung:

-mehr als 20 Millionen Deutsche nutzen Facebook und haben kein Problem damit auf Likebuttons zu klicken
-ich selbst habe durch die Nutzung von Facebook nicht mehr Werbung im Mailpostfach oder Postbriefkasten wie vorher

Wir sollten doch mal überlegen ob es Sinn macht hier auf Teufel komm raus etwas zu zerstören, was bei einer Vielzahl von Menschen eher positiv ankommt. Wie wäre es denn wenn die Politik hier mal nicht immer versucht das Volk vor sich selbst zu schützen, sondern stattdessen den Weg öffnet und die Gesetze an die aktuellen Gegebenheiten anpaßt? Auch ein Rückschritt kann durchaus ein Fortschritt sein. Wenn die Gesetzgebung so beibehalten wird und die Datenschützer weiter so gegen Facebooknutzer vorgehen, kann dies dazu führen, daß Deutschland den wirtschaftlichen und digitalen Anschluß verliert. Laßt die Leute liken was und wen sie wollen, nehmt ihnen dieses Spielzeug nicht weg. Zum Thema personalisierte Werbung, die hier ja auch reinspielt, komme ich nachher noch separat.

Pornographie in Deutschland und der Jugendschutz

Pornographie, auch so ein Thema worüber wir nicht gerne öffentlich reden und doch gehört sie zwischenzeitlich zum Alltag. Hier hat der Gesetzgeber schon vor Jahren versucht einzuschreiten um gerade auch die Jugend zu schützen. diverse Altersverifikationsmodelle wurden da eingeführt und doch hatte das zumeist nur einen Effekt: die Anbieter gingen ins nicht ganz so prüde Ausland und boten ihre Inhalte dort weiter ohne derartigen Jugendschutz an. Erreicht hat man damit also nichts, außer den Fortzug von Unternehmen ins Ausland und damit auch Verluste im Bereich von Einkommens- und Gewerbesteuer. Wer heutzutage sich pornographische bilder und Videos anschauen möchte, kann dies immer noch ohne Probleme und findet binnen Sekunden entsprechende Angebote im Netz. Auch hier hat die Politik letztlich versagt, da sie zu eindimensional dachte und die globale Heimat des Internets außer Acht lies. Schauen wir uns mal auf der Welt um, wird man schnell festellen, daß gerade in diesem Bereich die moralischen Ebenen je nach Kulturkreis ganz unterschiedlich sind. Was bei uns als pornographisch gilt, muß in anderenb Ländern noch lange nicht so gesehen werden. Und so lange es mindestens ein Land auf der Welt gibt, daß in diesen Dingen eine andere moralische Einstellung hat, solange wird es unmöglich sein hier wirklich in Sachen Jugendschutz etwas zu erreichen.

Nebenbei möchte ich zu überlegen geben, ob die täglichen Talkshows im deutschen TV nicht manchmal bedeutend jugendgefährdender sind als so mancher Porno. Da sollte man vielleicht auch mal drüber nachdenken und könnte ggf. viel mehr erreichen. Oder auch mal überlegen wie es dazu kommen kann, das freitagabends 14jährige stockbesoffen Straßenbahnen vollkotzen.

Die Datenschutzerklärung

Auch wieder so eine Erfindung wo einem nur eines zu einfällt: WTF? Nimmt man deren rechtliche Grundlage ganz genau, müßte der Webseitenbesucher VOR dem Besucher der Webseite über den Datenschutz aufgeklärt werden. Ungefähr 100 % aller Webseiten in Deutschland nehmen es aber nicht ganz so genau, weil es gar nicht umsetzbar ist. Davon abgesehen: liest wirklich jemand als erstes bei einem Seitenaufruf zuerst die Datenschutzerklärung der jeweiligen Webseite? Oder noch genauer gefragt: liest überhaupt jemand diese ganzen Datenschutzerklärungen? Aber wehe da ist ein Satz mal falsch formuliert, dann findet sich sofort ein abmahnwütiger Anwalt, der mit horrenden Rechnungen versucht sein leeres Konto aufzufüllen. Wem nützt also dieser ganze Kram wirklich? So richtig wohl niemandem: die für die es gedacht ist, nehmen es nicht mal zur Kenntnis. Hauptsache der Amtsschimmel hat mal wieder etwas von sich gegeben. Auch hier stellt sich die Frage: regulieren wir uns da nicht gerade wieder selbst zu Tode?

Killerspiele sind an allem Schuld

Alle Jahre wieder schreit irgendwer nach dem Verbot von sogenannten Killerspielen. Ich selbst bin kein Gamer, habe nicht mal Mahjongg auf meinem Rechner installiert. Ich frage mich aber, ob man mit Verboten wirklich immer das erreicht, was man erreichen will. Wenn Jugendliche solche Spiele zum Aggressionsabbau spielen, dann sollte man sich fragen warum das wohl so ist? Wo kommen die Aggressionen denn her, die darüber abgebaut werden? Und warum werden die nicht z.B. in Sportvereinen abgebaut – achja, weil ein „Killerspiel“ billiger ist wie der Mitgliedsbeitrag im Sportverein…. Auch hier gilt wieder: nicht Verbote sind notwendig sondern Ursachenforschung und Behebung der dort liegenden Probleme.

Kompetenz der Politik

Viele der heutigen Politiker sind schon so lange im Amt, daß sie sich schon sehr weit von der Bevölkerung entfernt haben und in ihrem Elfenbeinturm sitzen und nichts mehr mitbekommen. Immer noch aktuell ist wohl dieser ARD Beitrag, den viele sicherlich bereits kennen werden:

Das ist das Problem wenn Leute über Dinge zu entscheiden haben, von denen sie eigentlich nichts verstehen. Da könnte man auch den Papst beauftragen den Lehrplan für den Aufklärungsunterricht zu erarbeiten. Hier haben viele Parteien Nachholbedarf, doch für frisches Blut sind die wenigstens Parteien zu begeistern, weil es in erster Linie um Posten und Pöstchen als denn um echte Kompetenz geht.

Personalisierte Werbung

Geht es um Datenschutz, geht es fast immer auch um Werbung und deren Personalisierung. Ganz ehrlich? Etwas besseres kann doch gar niemandem passieren, wenn jegliche Werbung komplett personalisiert wäre. Mal ein einfaches Beispiel aus dem offline-Bereich.

Ein Geschäft im Bereich Babyausstattung läßt 50 Millionen Handzettel drucken udn deutschlandweit an die Haushalte verteilen. Viele die diese Handzettel erhalten, haben aber gar keinen Bedarf daran und schmeißen diese Handzettel weg. Man überlege mal, was da unnötig an Papier und Druckertinte verbraucht wurde, wieviel Zeit unnötig mit dem Verteilen der Handzettel verbraucht wurde. Würde man da mal den volkswirtschaftlichen Schaden berechnen, müßte die Krankhäuser Zusatzschichten einlegen um die ganzen neuen Herzinfarkte zu betreuen, die beim Lesen des Ergebnisses entstehen.

Jetzt personalisieren wir die Werbung und was passiert? Es werden vorab gleich viel weniger Handzettel gedruckt und es bekommen dann nur noch die Leute den Flyer in den Briefkasten gesteckt, die ihn wirklich gebrauchen können. Für das Geschäft sinken die Werbekosten, der Handzettelverteiler ist auch früher mit seiner Arbeit fertig und es muß weniger Papier entsorgt werden. Das ganze hat also sogar einen umweltpolitischen Aspekt!

Das ganze kann man übrigens genauso im Onlinebereich anwenden. Weniger Werbeeinblendungen, die dafür umso erfolgreicher = mehr Umsatz für die Unternehmen = mehr Gewinn = mehr Steuern im Steuersäckel. Was interessiert mich als Single die Werbung von Babywalz? Mit nem Hinweis auf ne neue CD von Jethro Tull kann ich viel mehr anfangen. Das funktioniert aber nur wenn die Werbeindustrie auch weiß, daß ich auf die Musik dieser britischen Band stehe.

Ich gebe zu, ich habe nicht für alle Probleme eine Lösung. Kann ich nicht und will ich auch nicht, aber vielleicht kann ich bei einigen Personen mit diesem Beitrag wenigstens mal erreichen, daß sie über einige Punkte mal wieder nachdenken und damit wäre ich dann auch schon zufrieden. Wenn wir als Land modern sein wollen, dann brauchen wir auch moderne Politik. Davon sind wir zur Zeit aber sehr weit entfernt.

Was ich mir wünschen würde

Liebe Politiker, fragt bei den diversen Themen mal nicht immer nur eure Referenten, sondern fragt mal den normalen Menschen auf der Straße. Geht mal am Wochenende in so ne völlig verrauchte Dorfkneipe und setzt euch zu den Leuten und schaut ihnen aufs Maul. Fahrt mal ganz privat zu einem Barcamp und laßt euch von dem Wissen der dort versammelten Menschen überraschen. Seid einfach mal wieder Mensch.

6 thoughts on “Netzpolitik in Deutschland

  1. AMUNO

    Moin,

    also zum 1. Punkt, Koks kommt auch eher positiv bei der Bevölkerung an und wenn die Bevölkerung eben nicht weiß und kaum dazu jemals in der Lage sein wird zu wissen, was FB da eigentlich treibt, dann sollten sie geschützt werden.
    Zum 2. Punkt mit den Pornos, der Staat hat hier nicht versagt, er setzt einfach nur das Recht in seinem Bereich um. Für zusätzlichen Schutz gerade zum Beispiel für Kinder, sind die Eltern zuständig. Für ausländischer Server ist es bestimmt nicht die deutsche Politik.
    Bei den Datenschutzerklärungen stimme ich dir mal zu, allerdings gehören sie eben zu den rechtlichen Rahmenbedingungen.
    Killerspiele? Du hast kein Mahjong, dir kann geholfen werden: https://www.mahjong-shanghai.de/ 😀
    Nein, früher war es Rock ’n Roll, dann Fernsehen, dann Video, jetzt halt Computerspiele. Es gab wohl keine Jugend in den letzten 70 Jahren, die nicht als gefährdet gezählt hätte.
    Zur personalisierten Werbung: Was zur Hölle geht es ein Unternehmen an, wie viel ich verdiene, ob ich, deinem Beispiel nach, ein Baby habe oder für was ich mich interessiere? Personalisierte Werbung zieht auf lange Sicht auch personalisierte Inhalte nach sich und dann kann man nie wieder über seinen Tellerrand schauen. Ergo, ich möchte ganz allein für mich entscheiden, wem ich was über mich erzähle.

    Grüssle
    AMUNO
    (via G+ hergefunden)

  2. AMUNO

    Moin,

    also zum 1. Punkt, Koks kommt auch eher positiv bei der Bevölkerung an und wenn die Bevölkerung eben nicht weiß und kaum dazu jemals in der Lage sein wird zu wissen, was FB da eigentlich treibt, dann sollten sie geschützt werden.
    Zum 2. Punkt mit den Pornos, der Staat hat hier nicht versagt, er setzt einfach nur das Recht in seinem Bereich um. Für zusätzlichen Schutz gerade zum Beispiel für Kinder, sind die Eltern zuständig. Für ausländischer Server ist es bestimmt nicht die deutsche Politik.
    Bei den Datenschutzerklärungen stimme ich dir mal zu, allerdings gehören sie eben zu den rechtlichen Rahmenbedingungen.
    Killerspiele? Du hast kein Mahjong, dir kann geholfen werden: https://www.mahjong-shanghai.de/ 😀
    Nein, früher war es Rock ’n Roll, dann Fernsehen, dann Video, jetzt halt Computerspiele. Es gab wohl keine Jugend in den letzten 70 Jahren, die nicht als gefährdet gezählt hätte.
    Zur personalisierten Werbung: Was zur Hölle geht es ein Unternehmen an, wie viel ich verdiene, ob ich, deinem Beispiel nach, ein Baby habe oder für was ich mich interessiere? Personalisierte Werbung zieht auf lange Sicht auch personalisierte Inhalte nach sich und dann kann man nie wieder über seinen Tellerrand schauen. Ergo, ich möchte ganz allein für mich entscheiden, wem ich was über mich erzähle.

    Grüssle
    AMUNO
    (via G+ hergefunden)

  3. Frank

    > -mehr als 20 Millionen Deutsche nutzen Facebook und haben kein Problem damit auf Likebuttons zu klicken

    Das heißt, dass 20 Millionen Deutsche nicht ahnen, was das bedeutet.

    Facebook hat den Charme einer Community, ist aber längst etwas anderes und ein aktiver Button ist nunmal ein Nachschlüssel für Facebook. Man erlaubt mit dem Button, dass Facebook auf der eigenen Seite Daten sammeln darf, und zwar über jeden. Ein normaler Linkbutton hätte auch genügt, dessen Buttonbild auf dem eigenen Webspace liegt und der Link einen Code zur Identifizierung der Seite enthält.

    Das würde dann bedeuten, dass Facebook nur dann Daten bekäme, wenn wirklich echte Fans die Seite besucht hätten und den Button angeklickt hätten. Aber das genügt Facebook nicht, denn Facebook will da schlauer und besser sein als Google und will alle Daten von allen Besuchern, egal ob man klickt oder nicht.

    Und das will ich als Besucher nicht immer und überall (fiktives Beispiel: „Torsten hat sich 1 Stunde lang bei potenzmittel.*** aufgehalten“) und schon gar nicht als Facebook Mitglied.

    Die Möglichkeiten die sich durch geschickte Datenverknüpfung ergeben sind immens, das konnte sich Orwell in den wildesten Träumen niemals vorstellen, was damit machbar wird. Eben weil Facebook inzwischen weltumspannend ist und auf gefühlt jeder zweiten Seite Like-Button zu finden ist, ist eine nahezu totale Kontrolle möglich. Total wird die Kontrolle durch ein stets eingeschaltetes Smartphone mit Facebook Apps und anderen die Daten sammeln oder verschleudern.

    Manche SEOs mögen feuchte Finger bekommen angesichts der Daten die ihnen Facebook liefern könnte, aber irgendwann könnte Facebook die SEOs arbeitslos machen, denn Facebook kann den Dienst auch direkt an die Firmen und Seiteninhaber liefern, schneller und besser als jeder SEO.

    Google hat das erkannt und versucht schleunigst, mit Google+ der Sache hinterher zulaufen. Jetzt fängt Google an, mit Google+ in ganz anderem Ausmaß Daten zu sammeln als es je mit Analytics möglich gewesen wäre.
    Denn die Leute sind ja so lieb und verraten als Mitglied von Google+ alles, was Google bisher noch nicht wusste, samt Klarnamen und Geburtsdatum.

    War es zuvor eher unbedenklich, wenn ein (!) Webshop auf seiner Seite Daten über anonyme Besucher sammelte, um zu wissen wie die Seite besucht und genutzt wird, so ist es heute gleich um mehrere Faktoren anders. Jetzt ist es der Torsten (könnte jeder andere Name sein) der auf dieser und jener Seite war und sich dieses oder jenes angeschaut hat, nun ist es der Torsten der an jenem Tag mit dem Zug dorthin fuhr und dabei dieses geschrieben hat und in jenem Shop folgendes gekauft hat usw.
    Nun ist es auch nicht nur Torsten, denn Torsten hat Beziehungen bei Facebook oder Google+ und siehe da, Torsten hat sich in einem Restaurant mit Klaus getroffen und kurz danach sind beide zu Gabi gegangen. Dazu passt die Großpackung Kondome mit Gleitgel die Torsten zuvor im Web-Shop kaufte und am Tag zuvor geliefert bekam, usw.

    Das ist zwar eine fiktive Geschichte und die Namen sind frei erfunden, aber ich glaube dass viele sich gar nicht bewusst sind, was mit einem Weltumspannenden System wie Google+ oder Facebook samt den aktiven Buttons möglich wäre.

    Ob Facebook das nützt, ist genauso egal wie beim Bundestrojaner ob dieser alle Möglichkeiten nützt.
    Die Möglichkeit ist da und irgendeiner wird sie nützen.

  4. Frank

    > -mehr als 20 Millionen Deutsche nutzen Facebook und haben kein Problem damit auf Likebuttons zu klicken

    Das heißt, dass 20 Millionen Deutsche nicht ahnen, was das bedeutet.

    Facebook hat den Charme einer Community, ist aber längst etwas anderes und ein aktiver Button ist nunmal ein Nachschlüssel für Facebook. Man erlaubt mit dem Button, dass Facebook auf der eigenen Seite Daten sammeln darf, und zwar über jeden. Ein normaler Linkbutton hätte auch genügt, dessen Buttonbild auf dem eigenen Webspace liegt und der Link einen Code zur Identifizierung der Seite enthält.

    Das würde dann bedeuten, dass Facebook nur dann Daten bekäme, wenn wirklich echte Fans die Seite besucht hätten und den Button angeklickt hätten. Aber das genügt Facebook nicht, denn Facebook will da schlauer und besser sein als Google und will alle Daten von allen Besuchern, egal ob man klickt oder nicht.

    Und das will ich als Besucher nicht immer und überall (fiktives Beispiel: „Torsten hat sich 1 Stunde lang bei potenzmittel.*** aufgehalten“) und schon gar nicht als Facebook Mitglied.

    Die Möglichkeiten die sich durch geschickte Datenverknüpfung ergeben sind immens, das konnte sich Orwell in den wildesten Träumen niemals vorstellen, was damit machbar wird. Eben weil Facebook inzwischen weltumspannend ist und auf gefühlt jeder zweiten Seite Like-Button zu finden ist, ist eine nahezu totale Kontrolle möglich. Total wird die Kontrolle durch ein stets eingeschaltetes Smartphone mit Facebook Apps und anderen die Daten sammeln oder verschleudern.

    Manche SEOs mögen feuchte Finger bekommen angesichts der Daten die ihnen Facebook liefern könnte, aber irgendwann könnte Facebook die SEOs arbeitslos machen, denn Facebook kann den Dienst auch direkt an die Firmen und Seiteninhaber liefern, schneller und besser als jeder SEO.

    Google hat das erkannt und versucht schleunigst, mit Google+ der Sache hinterher zulaufen. Jetzt fängt Google an, mit Google+ in ganz anderem Ausmaß Daten zu sammeln als es je mit Analytics möglich gewesen wäre.
    Denn die Leute sind ja so lieb und verraten als Mitglied von Google+ alles, was Google bisher noch nicht wusste, samt Klarnamen und Geburtsdatum.

    War es zuvor eher unbedenklich, wenn ein (!) Webshop auf seiner Seite Daten über anonyme Besucher sammelte, um zu wissen wie die Seite besucht und genutzt wird, so ist es heute gleich um mehrere Faktoren anders. Jetzt ist es der Torsten (könnte jeder andere Name sein) der auf dieser und jener Seite war und sich dieses oder jenes angeschaut hat, nun ist es der Torsten der an jenem Tag mit dem Zug dorthin fuhr und dabei dieses geschrieben hat und in jenem Shop folgendes gekauft hat usw.
    Nun ist es auch nicht nur Torsten, denn Torsten hat Beziehungen bei Facebook oder Google+ und siehe da, Torsten hat sich in einem Restaurant mit Klaus getroffen und kurz danach sind beide zu Gabi gegangen. Dazu passt die Großpackung Kondome mit Gleitgel die Torsten zuvor im Web-Shop kaufte und am Tag zuvor geliefert bekam, usw.

    Das ist zwar eine fiktive Geschichte und die Namen sind frei erfunden, aber ich glaube dass viele sich gar nicht bewusst sind, was mit einem Weltumspannenden System wie Google+ oder Facebook samt den aktiven Buttons möglich wäre.

    Ob Facebook das nützt, ist genauso egal wie beim Bundestrojaner ob dieser alle Möglichkeiten nützt.
    Die Möglichkeit ist da und irgendeiner wird sie nützen.

  5. Dani

    Bezüglich FB finde ich es schon sehr erstaunlich was manche Leute von Ihrem Leben alles preisgeben. Ich glaube, dass es der Mehrheit an usern nicht wirklich klar ist, dass die Daten gesammelt werden und für z.B. personalisierte Werbung benutzt werden. Eine meiner Freundinen hat mir vor kurzem erzählt, dass Sie es mittlerweile bereut, dass Sie soviel von Ihrem privaten Leben incl. Fotos von Kindern, Familie usw. bei FB preisgegeben hat. Ich kann da wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Wie naiv muss man da eigentlich sein? Nur so wie meine Freundin sind warcheinlich die meisten. Verbote und Datenschutzerklärungen die keine Sau liest bringen da meiner Meinung nach nichts. Evtl. würde aber Aufklärung in Schulen, Kurse und den Medien was bringen. Von personalisierter Werbung halt ich nichts.
    Bezüglich Killerspiele bin ich ganz Deiner Meinung. Ausgepowerte Kinder sind weniger aggressiv. Computerspiele ja aber im Maßen ansonsten viel frische Luft und Sportvereine. Leider ist es für viele Eltern bequemer und günstiger, wenn die Kinder den ganzen Tag vorm Computer oder TV sitzen. Traurige Welt. Ich bin auch Mama von 2 Kindern. Mein großer 8 hat 3 x pro Woche Fussballtraining und 2 x Judo. Ich finde es zwar manchmal schon heftig aber es macht Ihm Spaß und solange die Noten darunter nicht leiden. Ist es ok.

  6. Dani

    Bezüglich FB finde ich es schon sehr erstaunlich was manche Leute von Ihrem Leben alles preisgeben. Ich glaube, dass es der Mehrheit an usern nicht wirklich klar ist, dass die Daten gesammelt werden und für z.B. personalisierte Werbung benutzt werden. Eine meiner Freundinen hat mir vor kurzem erzählt, dass Sie es mittlerweile bereut, dass Sie soviel von Ihrem privaten Leben incl. Fotos von Kindern, Familie usw. bei FB preisgegeben hat. Ich kann da wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Wie naiv muss man da eigentlich sein? Nur so wie meine Freundin sind warcheinlich die meisten. Verbote und Datenschutzerklärungen die keine Sau liest bringen da meiner Meinung nach nichts. Evtl. würde aber Aufklärung in Schulen, Kurse und den Medien was bringen. Von personalisierter Werbung halt ich nichts.
    Bezüglich Killerspiele bin ich ganz Deiner Meinung. Ausgepowerte Kinder sind weniger aggressiv. Computerspiele ja aber im Maßen ansonsten viel frische Luft und Sportvereine. Leider ist es für viele Eltern bequemer und günstiger, wenn die Kinder den ganzen Tag vorm Computer oder TV sitzen. Traurige Welt. Ich bin auch Mama von 2 Kindern. Mein großer 8 hat 3 x pro Woche Fussballtraining und 2 x Judo. Ich finde es zwar manchmal schon heftig aber es macht Ihm Spaß und solange die Noten darunter nicht leiden. Ist es ok.

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