ÖPNV in Prag

By | November 13, 2018

In Prag kann man sich auf vielfältige Weise fortbewegen, doch als Tourist ist es am einfachsten und bequemsten, nutzt man den gut ausgebauten ÖPNV in Prag. Für die Radfahrfraktion gleich ein Dämpfer: Fahrrad fahren ist in Prag keine gute Idee. Fahrradwege gibt es in der Innenstadt praktisch gar nicht, dafür sehr viel Kopfsteinpflaster. Die Zahl der gesichteten Radfahrer bei meinem Wochenendaufenthalt konnte ich an einer Hand abzählen. Und auf Parkplatzsuche für sein Auto hat man als Tourist in Prag auch keine Lust, die Zeit dafür kann man sinnvoller nutzen.

Straßenbahn in Prag

Entweder man bewegt sich also zu Fuß durch Prag oder man nutzt den ÖPNV. Die Innenstadt Prags wird auf vielfältige Weise durch den ÖPNV erschlossen. Da gibt es zum einen ein sehr umfangreiches Straßenbahnnetz. Das wird von alten Tatra-Triebwagen sowie von modernen Triebwagen aus dem Hause Skoda befahren. Die alten Tatra-Triebwagen sind größtenteils nicht barrierefrei, hier kommt man um Treppen steigen nicht umhin. Das sollte man beachten bei seiner Reiseplanung. Viele, aber nicht alle, Linien sind typengleich bestückt, also entweder nur Niederflurfahrzeuge oder nur alte Tatra-Triebwagen. Allerdings gibt es auch Tatra-Triebwagen mit Niederfluranteil.

Straßenbahn in Prag

Nicht nur die Prager, auch die Touristen, nutzen die Straßenbahn sehr intensiv. Volle Triebwagen und häufig auch Stehplätze sind also Alltag in Prag. Das obwohl die Taktzeiten gerade auch im Innenstadtbereich sehr kurz sind. Hier fährt eigentlich immer irgendwas in alle möglichen Richtungen und man muß nie lange warten.

Busse gibt es in Prag auch, aber die sieht man in der Innenstadt eher selten. Sie erschließen die Randgebiete Prags und fahren in das Umland.

Wer möchte, kann einige Stadtteile Prags auch per Eisenbahn erreichen, doch die Straßenbahn ist das Hauptverkehrsmittel.

Und dann gibt es in Prag noch ein U-Bahn-Netz, hier Metro genannt. Die Linien haben neben den Liniennummern auf dem Linienplan auch alle eine eigene Farbe, weshalb statt der Liniennummern auch häufig im Gespräch von der „gelben Linie“ oder der „grünen Linie“ die Rede ist. Da die U-Bahn unterirdisch verkehrt, erschließt sie einige Stadtteile bedeutend schneller als die Straßenbahn, selbst wenn ein Umstieg zwischen den U-Bahn-Linien erforderlich ist. Drei Metro-Linien gibt es in Prag. Lediglich an drei Stationen besteht eine Umstiegsmöglichkeit zu einer anderen U-Bahn-Linie.

Straßenbahn in Prag

Fahrscheinkauf in Prag

Fahrscheine kann auf verschiedenen Wegen erwerben. Zum einen gibt es dazu Automaten an den Haltestellen, außerdem geht das auch per SMS an eine bestimmte Mobilfunknummer. An den Türen der Straßenbahnen findet man entsprechende Aufkleber. Verkaufsstände gibt es an wichtigen Stationen, wie dem Hauptbahnhof außerdem. Und dann gibt es noch die App PID Litacka, über die man sich ebenfalls Fahrscheine kaufen kann.

Der 24h-Fahrschein kostet 160 CZK (auch wenn auf den Aufklebern für die SMS-Buchung noch 110 CZK steht), der 72h-Fahrschein kostet 310 CZK und ist damit für einen Wochenendausflug optimal geeignet. Kauft man den Fahrschein am Automaten oder Verkaufsstand, muß man ihn im Triebwagen (oder Bus) entwerten. Kauft man den Fahrschein über die App, kann man dies auch bereits im Voraus machen und ihn dann zum gewünschten Zeitpunkt aktivieren. Die Aktivierung erfolgt binnen zwei Minuten, also das entsprechend einplanen. In der App wird auch immer genau angezeigt wie lange der aktivierte Fahrschein noch gültig ist.

Straßenbahn in Prag

Historische Straßenbahnen in Prag

Gleich zwei Linien sind für Freunde alter Straßenbahnen besonders interessant. Da ist zum einen die Linie 23, die „Retro-Linie“. Diese wird ausschließlich mit originalen Tatra-T3 im Zustand der 80er Jahre befahren. Die Linienführung führt quer durch die Stadt und bietet sich auch für eine Art Stadtrundfahrt an. Die normalen Straßenbahnfahrscheine haben hier Gültigkeit.

Dann gibt es noch die Linie 41, die mit historischen Triebwagen des Straßenbahnmuseums betrieben wird. Hier ist ein spezieller Fahrschein beim Personal zu lösen. Während die Linie 23 täglich verkehrt, ist die 41 nicht täglich unterwegs.

Straßenbahn in Prag

Wer Prag erkunden will, muß sich also nicht zwingend wunde Füsse laufen. Der Nahverkehr in der tschechischen Hauptstadt ist sehr gut ausgebaut und gerade auch Straßenbahnfreunde fühlen sich hier wie im Paradies. Die Fahrscheine sind günstig, das ÖPNV-Netz sehr dicht und die Taktfolge sehr eng. Also lieber gleich ohne Auto nach Prag fahren, denn vor Ort wird man es definitiv nicht benötigen.