Wenn Totholz auf Online trifft

Die letzten Tage war ich Teilnehmer einer Pressereise nach Usedom, organisiert von Wikinger-Reisen. Von den zehn Teilnehmern war ich der einzige Blogger, der Rest kam aus dem Printbereich.

Für mich waren diese drei Tage sehr interessant, nicht nur in Bezug auf Usedom sondern auch bezüglich der Arbeitsweise von Journalisten. Hier trafen Welten aufeinander.

Ich war der einzige der Essenfotos machte und online stellte. Der Rest schaute mich dabei nur ungläubig an. Ich war auch der einzige der bei Foursquare eincheckte. Ich war auch der einzige der über das teilweise etwas langsame WLAN im Hotel nörgelte.

Smartphones, fast Fehlanzeige. Nur eine Teilnehmerin hatte ein iPhone, das sie in erster Linie zum Fotografieren nutzte. Von einem bekam ich zu hören „Ich mag keine Smartphones.“.

Notizen machte die meisten in Notizbüchern oder auf jedem greifbaren Stück Papier. Dabei hätte sich doch gerade hier ein Smartphone oder Tablet angeboten. Evernote auf, alles notieren, speichern, synchronisieren und schon hat man alles gespeichert auch auf dem heimischen PC verfügbar. Schöne neue Onlinewelt. 🙂

Nix da, alles Fehlanzeige. Reisejournalisten (nur die eigentlich?) sind technisch so weit zurück, daß ich mich manchmal fragte wie die eigentlich vernünftig arbeiten können. Gerade auch im Reisebereich kann man doch so viel tolles via sozialer Netzwerke erfahren, Infos bekommen usw. Doch viele hatten nicht mal ein Xing-Profil, von anderen Netzwerken ganz zu schweigen.

Ich kam mir in diesen Tagen immer so vor, als wäre ich im Jahr 2003 und nicht in 2013.

Was hätte man alles gemeinsam machen können, dazu hätten aber die anderen auch technisch auf der Höhe der Zeit sein müssen. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, daß die Totholzmedien immer stärker auf dem Rückzug sind. Müssten die Verlage da nicht viel stärker auf ihre Mitarbeiter einwirken, daß selbige sich stärker online vernetzen? Aber müssten die Journalisten nicht eigentlich so langsam selbst auf den Trichter kommen, daß sie sich mal langsam in die Jetztzeit katapultieren sollten, wenn sie nicht demnächst Hartz IV beantragen wollen?

Oder sind wir Techies, Blogger, Social Media-Enthusiasten wirklich so weit unserer Zeit voraus, daß der Durchschnittsmensch praktisch gar keine Chance mehr hat uns einzuholen?

Auf jeden Fall fand ich es durchaus erschreckend, wie viele Menschen noch mit Mitteln arbeiten und kommunizieren, die eigentlich schon längst veraltet sind.

22 Comments

  1. Mattias

    Lieber Torsten,

    Inhalt ist vom Medium unabhängig. Vielleicht solltest Du Deine digitalen Geräte mal aus der Hand legen oder auf Ihnen was vernünftiges lesen.
    Dein Schreibstil ist nicht lesbar, obwohl ich mir echt Mühe gegeben habe.
    Qualität und Originalität stehen immer noch über Digitalität.

    Auf Besserung

    Mattias

  2. Pascal

    Torstens Schreibstil ist doch vollkommen normaler Blog Slang. Weiter so.
    Aber den Zahn das die Totholzmedien uns so weit hinter her sind muss ich dir ziehen. Wir sind Nerds. Wir sind allen um Meilen voraus. Bevor du jemanden das Prinzip von Evernote, Dropbox Sharing und Foursquare Nearfield Search versuchst zu erklären steigen die schon aus. Die Totholzmedien sind leider noch näher an der Masse und wir Nerds sind schon im Ziel bevor die an der Startlinie stehen in Bezug auf Digitale Medien.

  3. Pascal

    Torstens Schreibstil ist doch vollkommen normaler Blog Slang. Weiter so.
    Aber den Zahn das die Totholzmedien uns so weit hinter her sind muss ich dir ziehen. Wir sind Nerds. Wir sind allen um Meilen voraus. Bevor du jemanden das Prinzip von Evernote, Dropbox Sharing und Foursquare Nearfield Search versuchst zu erklären steigen die schon aus. Die Totholzmedien sind leider noch näher an der Masse und wir Nerds sind schon im Ziel bevor die an der Startlinie stehen in Bezug auf Digitale Medien.

  4. H. W erneburg

    Ja, es ist eine seltsame Parallelwelt in der wir leben.;) Es ist nicht nur bei den Journalisten so, sondern überall um uns herum. Wie viele Dinge könnten einfacher sein, wenn man die Geräte, die man hat auch effektiv nutzen könnte. Aber selbst im Umgang mit PC passieren den Menschen Fehler, die so nicht sein dürften und immer wieder ein Ärgernis darstellen. Da seien zu nennen, ungenügende Formatierung von Dokumenten, unmöglicher semantischer, logischer und struktureller Aufbau von Dokumenten. Kein Gedanke darüber, ob ein passenderes Dateiformat nicht vlt. besser geeignet wäre. Ich könnte es noch fortsetzen. Sind WIR wirklich Nerds, wenn wir uns bemühen effektiver zu arbeiten und die zur Verfügung stehende Technik zu verstehen und sinnvoll zu nutzen?

  5. H. W erneburg

    Ja, es ist eine seltsame Parallelwelt in der wir leben.;) Es ist nicht nur bei den Journalisten so, sondern überall um uns herum. Wie viele Dinge könnten einfacher sein, wenn man die Geräte, die man hat auch effektiv nutzen könnte. Aber selbst im Umgang mit PC passieren den Menschen Fehler, die so nicht sein dürften und immer wieder ein Ärgernis darstellen. Da seien zu nennen, ungenügende Formatierung von Dokumenten, unmöglicher semantischer, logischer und struktureller Aufbau von Dokumenten. Kein Gedanke darüber, ob ein passenderes Dateiformat nicht vlt. besser geeignet wäre. Ich könnte es noch fortsetzen. Sind WIR wirklich Nerds, wenn wir uns bemühen effektiver zu arbeiten und die zur Verfügung stehende Technik zu verstehen und sinnvoll zu nutzen?

  6. Da ich sowohl klassische Journalisten kenne als auch relativ „normale“ Menschen: Es sind vor allem die typischen Vertreter des Print-Jounalismus, die Lichtjahre hinterher sind.

    Wobei auch die digitale Avantgarde sich in so mancher Sackgasse befindet. So relevant ist beispielsweise Foursquare aktuell nicht. Aber die Basics des Online Marketing sollten schon langsam mal bei den Medienvertretern ankommen.

    Und wenn die großen Onlinemedien dann noch lernen, dass man Onlinequellen verlinkt (!) und nicht einfach nur „Quelle: Internet“ hinschreibt, dann ist der Quantensprung geschafft 😉

  7. Da ich sowohl klassische Journalisten kenne als auch relativ „normale“ Menschen: Es sind vor allem die typischen Vertreter des Print-Jounalismus, die Lichtjahre hinterher sind.

    Wobei auch die digitale Avantgarde sich in so mancher Sackgasse befindet. So relevant ist beispielsweise Foursquare aktuell nicht. Aber die Basics des Online Marketing sollten schon langsam mal bei den Medienvertretern ankommen.

    Und wenn die großen Onlinemedien dann noch lernen, dass man Onlinequellen verlinkt (!) und nicht einfach nur „Quelle: Internet“ hinschreibt, dann ist der Quantensprung geschafft 😉

  8. Klaus

    Ein gut recherchierter Artikel, in dem jeder Satz mehrmals geschliffen wurde, ist natürlich angenehm zu lesen.
    Aber das dauert auch seine Zeit. So viel Zeit, das die Sau schon durch das digitale Dorf gejagt, durchgekaut, wiedergekäut, abgelutscht und vergessen wurde.

    Ich notiere mir auch jeden Müll per Evernote und hole mir per Dropbox den grade benötigten Kram aufs Tablet. Das hat mir schon mehr als einen erfolgreichen Abschluß beschert, weil ich schnell und unkompliziert Daten jederzeit parat hatte.

    Zettel kann man verschlampen – nen ganzen PC kaum.

  9. Danke Malte,

    damit hast mir das Wort schon aus dem Mund genommen! Papier ist für Notizen für mich immer noch ungeschlagen – das Tempo bekomm ich trotz der anschließenden Probleme beim Entziffern auf digital nicht hin…

  10. Danke Malte,

    damit hast mir das Wort schon aus dem Mund genommen! Papier ist für Notizen für mich immer noch ungeschlagen – das Tempo bekomm ich trotz der anschließenden Probleme beim Entziffern auf digital nicht hin…

  11. Ich kam mir in diesen Tagen immer so vor als wäre ich im Jahr 2003 und nicht in 2013 … he he auch meine Notizen sind alle in meinem Kritzelbuch und darauf möchte ich auf nicht verzichten. Aber mit den Möglichkeiten hast Du durchaus Recht, aber ich denke auch hier wird es Veränderungen geben.
    Grüsse Daniela

  12. Ich kam mir in diesen Tagen immer so vor als wäre ich im Jahr 2003 und nicht in 2013 … he he auch meine Notizen sind alle in meinem Kritzelbuch und darauf möchte ich auf nicht verzichten. Aber mit den Möglichkeiten hast Du durchaus Recht, aber ich denke auch hier wird es Veränderungen geben.
    Grüsse Daniela

  13. Ich denke, hier gehts gar nicht um Alter/Branche sondern ganz einfach darum, daß Menschen unterschiedlich ticken.
    Die einen sind eher konservativ eingestellt und verweigern wichtige und produktive Innovationen.
    Die anderen laufen jedem Trend nach, nur um des Trends Willen.
    Einen gesunden Mittelweg zu finden wird in unserer Welt zunehmend schwieriger. Deshalb entscheiden sie viele eben für eine der beiden „extremen“ Haltungen.
    Ich bin sehr gespannt, wohin das im Laufe der Zeit führen wird. Sei es in den Medien oder sonstwo.

  14. Ich denke, hier gehts gar nicht um Alter/Branche sondern ganz einfach darum, daß Menschen unterschiedlich ticken.
    Die einen sind eher konservativ eingestellt und verweigern wichtige und produktive Innovationen.
    Die anderen laufen jedem Trend nach, nur um des Trends Willen.
    Einen gesunden Mittelweg zu finden wird in unserer Welt zunehmend schwieriger. Deshalb entscheiden sie viele eben für eine der beiden „extremen“ Haltungen.
    Ich bin sehr gespannt, wohin das im Laufe der Zeit führen wird. Sei es in den Medien oder sonstwo.

  15. Spannend auch: kann der Veranstalter die Wirkung der Offline-Meldungen irgendwie tracken? Eher nicht, dennoch wird hier das größte Budget verbraten.

    • Kann man unter Umständen durchaus, z.B. wenn man für Print exclusive Telefonnummern oder Gutscheincodes verwendet.

  16. Spannend auch: kann der Veranstalter die Wirkung der Offline-Meldungen irgendwie tracken? Eher nicht, dennoch wird hier das größte Budget verbraten.

    • Kann man unter Umständen durchaus, z.B. wenn man für Print exclusive Telefonnummern oder Gutscheincodes verwendet.

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