So lautete der Titel einer Keynote die am letzten Sonnabend auf dem CommunityCamp Berlin 2010 (#ccb10) von Soziologen der TU Chemnitz vorgetragen werden sollte.

Extra dafür wurde ein ganzer Zeitslot nach dem Mittagessen freigehalten, damit möglichst viele an der Keynote teilnehmen. Bereits nach fünf Minuten las man die ersten Tweets die von der Langweiligkeit der Keynote sprachen. Weitere fünf Minuten später war dann die eigentliche Keynote bereits zu Ende und die Zuhörer wurden aufgefordert Gruppen zu bilden und an ausgehängten Whitepapern über einzelne Punkte zu diskutieren. Der bisherige Vortrag enthielt allerdings nichts wirklich neues, war eher auf dem Level 0.1 Basis angesiedelt und für die zuhörende Zielgruppe alles andere als neu.

Nachdem die Wissenschaftler darauf hingewiesen worden waren, daß wir doch eher die Ergebnisse der Studie hören wollten, wurde wieder abgewiegelt und die Zuhörer wurden wieder aufgefordert kleine Gruppen zu bilden und zu diskutieren. Darauf war allerdings niemand eingestellt, zumal es eigentlich auch nichts zu diskutieren gab.

Dann geschah etwas, was ich in dieser krassen Form noch nie bei einem Barcamp erleben durfte und was wohl gerade für die Soziologen auch etwas vollkommen neues war: die Zuhörer verließen einfach in großer Zahl den Raum und überließen die Soziologen mehr oder weniger sich selbst. Für letztere wird dies sicher etwas gewesen sein, was man aus Universitätsvorlesungen nicht kennt, auf Barcamps ist so etwas aber halt normal.

Der Fehler lag hier darin, daß man mit dem was in der Keynote vorgetragen wurde die Zuhörer nicht begeistern konnte, da die mehr oder weniger fast alle vom Fach waren und das schon wußten. Da man auch nicht auf die Wünsche der Zuhörer einging die gesamte Studie zu präsentieren, machten die Teilnehmer das was halt üblich ist: sie gehen.

Für die Wissenschaftler dürfte das schwer zu verdauen gewesen sein, aber so funktioniert halt der basisdemokratische Gedanke von Barcamps. Vielleicht kann man daraus ja eine neue soziologische Studie machen. Sicher lag der Fehler auch mit darin, daß unter dem Begriff “Keynote” die meisten Teilnehmer an etwas ganz anderes dachten wie die Wissenschaftler es selbst taten. Dies zeigt wieder einmal wie weit entfernt vom realen (Barcamp-)Leben viele Wissenschaftler leben, auch wenn sie selbst solche Studien erstellen.

Was letztlich nun bei der Studie raus kam ist nicht bekannt. Ich verließ, mit vielen anderen dann nach ca. zehn Minuten den Saal. Die wenigen die dann dort blieben wissen es aber glaube auch nicht.