Abnehmen leicht gemacht

Auf dem #bcka hielt ich eine Session mit diesem Titel. Da einige Interessenten nicht dran teilnehmen konnten und auch von anderer Seite Interesse an diesem Thema bezeugt wurde, möchte ich mit diesem Blogbeitrag meine Erfahrungen zu diesem Thema bündeln.

Abnehmen ist Kopfsache!

Grundsätzlich gibt es eigentlich nur zwei Gründe weshalb man abnehmen sollte.

Erstens: es gibt gesundheitliche Gründe, die es erforderlich machen, daß man abnimmt.
Zweitens: man fühlt sich selbst in seinem Körper nicht mehr wohl.

Nur weil andere einen selbst für zu dick halten, sollte man nicht mit dem Abnehmen anfangen! Man muß es SELBST wollen, sonst funktioniert es nicht.

Abnehmen ist keine einmalige Sache, es ist eine dauerhafte Änderung seiner Lebensweise.

Es macht keinen Sinn jetzt seine Ernährung und sonstige Lebensweise umzustellen und nach dem Abnehmen wieder in den alten Trott zurück zu fallen. Das führt dazu, daß man schnell wieder die verlorenen Kilos zurückbekommt.

Wer dauerhaft sein Gewicht auf dem Level halten möchte, was er nach dem Abnehmen erreicht hat, muß sich also auch dauerhaft an eine neue Lebensweise gewöhnen.

Erfolgreich abnehmen mit zwei Mitteln

Vergesst alles was ihr von Appetitzüglern, Diäten und all dem Kram gehört habt. Kostet entweder nur unnötig Geld oder wirkt nicht dauerhaft und führt stattdessen zu einem Jojo-Effekt.

Die wichtigsten Dinge sind eine Anpassung/Umstellung der bisherigen Ernährung, verbunden mit entsprechend gesteigerter Bewegung. Letzteres muß nicht zwingend im Leistungssport enden!

Ernährungsanpassung

Ernährungsanpassung heißt nicht strenge Diät oder „Friß die Hälfte“. Es geht hier wirklich um eine grundsätzliche Anpassung der Ernährung. Das heißt, zuerst sollte man sich einfach mal darüber klar werden was man so üblicherweise täglich ißt.

Zwei Faktoren sollten dabei im Auge behalten werden: Fett und Zucker. Beide sorgen dafür, daß wir zunehmen. Beide sind wichtig für unseren Körper, aber nur in einem begrenzten Maße. Es geht also nicht darum, die Fett- und Zuckerzufuhr auf Null zu setzen, sondern sie lediglich auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

Hier sollten Dinge wie Fast Food, stark zuckerhaltige Produkte wie Cola oder Schokolade zuerst ins Auge gefaßt werden. Ich selbst bin damals auf zuckerfreie Cola umgestiegen, habe nur noch fettarmen Joghurt gekauft und meinen Verbrauch an Fast Food-Podukten stark reduziert. Chips gabs nicht mehr fast jeden Abend, sondern höchstens mal noch am Wochenende. Hier muss natürlich jeder selbst schauen, wo bei ihm ein entsprechender Optimierungsansatz zu finden ist.

Wichtig, auch aus rein psychologischer Sicht, ist, daß Abnehmen nicht zur Qual wird. Abnehmen kann auch Spaß machen!

Und da sind wir bei einem weiteren wichtigen Punkt. Auch wenn ihr wißt, daß ihr 30 Kilo Übergewicht habt, solltet ihr euch realistische Ziele setzen und nicht gleich die gesamten 30 Kilo abnehmen wollen. Es macht viel mehr Spaß wenn man sich vornimmt fünf Kilo abzunehmen und nach zwei Wochen bereits 40 % davon geschafft hat! 🙂 Man stelle sich vor das Ziel wäre 30 Kilo gewesen und man hätte erst zwei Kilo abgenommen. Das wären gerade mal 6,67 % des eigentlichen Ziels. 😉 Stück für Stück kann man diese Ziele dann immer weiter setzen.

Zurück zur Ernährung. Die Änderung der Eßgewohnheiten in Verknüpfung mit einer Reduzierung der Gesamtnahrungsaufnahme pro Tag ist nur ein Teil dessen was nötig ist um die Pfunde purzeln zu lassen.

Esst nur so viel, wie ihr braucht um euren Hunger zu stillen. Kocht kleinere Portionen. Und hört mit auf mit essen wenn der Hunger gestillt ist, auch wenn euer Teller dann noch halbvoll ist.

Kalorien verbrennen

Mit der reinen Ernährungsanpassung würden wir lediglich die Kalorienzufuhr reduzieren, doch würde dies lediglich dazu führen, daß die zugeführten benötigten Kalorien verbrannt werden würden und wir nicht weiter zunehmen. Das Ziel soll doch aber sein, das angesammelte Fett zu verbrennen. Dazu müssen mehr Kalorien und Fett verbraucht werden, wie wir zu uns nehmen, denn erst dann greift der Körper auf die angesammelten Reserven zu.

Hier sollte man also mal schauen, wie man zusätzliche Kalorien und Fett verbrennen kann. Wer täglich mit Auto oder Bus zur Arbeit fährt, sollte einmal prüfen, ob das nicht auch zu Fuß oder per Fahrrad möglich wäre. Ebenso muß man nicht für jeden kleinen Einkauf mit dem Auto losfahren. Dann lieber mal zu Fuß gehen, weniger einkaufen und dafür einmal öfter pro Woche. Das schont die Umwelt, den Geldbeutel und hilft dabei abzunehmen.

Ansonsten sollte man sich auch hier für ein Betätigungsfeld suchen, das einem Spaß macht und nicht zur Qual wird. Ob man sich nun für Joggen, Schwimmen, Radfahren entscheidet oder sich stattdessen einen verwilderten Kleingarten zulegt den man erstmal selbst wieder auf Vordermann bringen muss, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wichtig ist, daß man sich mehr bewegt, mehr aktiv etwas macht. Ich selbst hatte mich dazu entschlossen regelmäßig spazieren zu gehen. Die Strecken waren zwischen 5,6 und 7,5 Kilometer lang und wurden bis zu dreimal täglich von mir abgelaufen.

Kauft euch eine Waage

Andere schreiben ja man solle die Waage aus dem Fenster werfen, mir hat die Anschaffung einer Personenwaage allerdings sehr geholfen. Zweimal täglich, einmal morgens, einmal abends habe ich mich gewogen und so die Entwicklung meines Gewichts überwacht. An manchen Tagen war das Ergebnis eher deprimierend, an anderen ging es richtig gut vorwärts. Irgendwann kommt bei jedem auch mal eine Durststrecke, wo man anscheinend gar nicht abnimmt, auch da muss man durch.

Psychologisch wichtige Erlebnisse

Zwei Erlebnisse hatten mich bei meiner Abnehmaktion in 2008 (16 Kilo in vier Monaten) unterstützt. Als ich sechs Kilo abgenommen hatte, sagte eines morgens die Bäckersfrau zu mir „Haben Sie abgenommen?“. So etwas baut auf, wenn andere einen darauf ansprechen, dass man anscheinend abgenommen hat.

Das zweite Erlebnis hatte ich im Kaufhaus, denn irgendwann waren die ganzen Hosen nicht mehr zu tragen, da ich in der Weite nun einige Nummern weniger bedurfte. Als ich eine Hose anprobierte die zwei Nummern kleiner war und die dann immer noch zu weit war, das hat schon mächtig positiv gewirkt.

Abnehmen kostet Geld 😉

Ja, es kostet Geld wenn man abnehmen möchte. Man isst zwar weniger, aber irgendwann passen die alten Klamotten nicht mehr. Hosen, T-Shirts, Jacken, ja auch die Unterwäsche ist irgendwann zu groß und bedarf einer Erneuerung. Das sollte man natürlich bei der ganzen Aktion durchaus mit einplanen.

Ich hatte noch ne Menge T-Shirts aus der Zeit bevor ich zugenommen hatte. Die konnte ich dann plötzlich alle wieder anziehen, weil sie jetzt wieder vernünftig passten.

Lasst andere teilhaben

Wer etwas mehr Druck benötigt, der sollte über seine Abnehmaktion twittern, facebooken, bloggen usw. So setzt man sich selbst ein wenig unter Druck, schauen dann doch zig Freunde, Follower usw. auf einem und da möchte sich dann ja niemand blamieren.

Fazit: Jeder kann abnehmen, auch dauerhaft, doch man muss es selbst WIRKLICH wollen. Setzt euch realistische Ziele, quält euch nicht, habt Spaß beim Abnehmen. Dann klappt es auch! 🙂

7 Comments

  1. Gewicht verlieren - aber wie? | Dick, aber nicht doof - Blog für intelligente mollige Menschen

    […] sehr frustrierend sein, weil die Schwankungen einfach zu hoch sind. Zwar schreibt beispielsweise Torsten Maue in seinem Blog, dass er sich sogar zwei mal täglich gewogen hat, aber auch er schreibt von den deprimierenden […]

  2. Erik Eichberg

    Ich finde den wichtigsten Satz hast Du ganz zu Anfang gebracht: „Abnehmen ist Kopfsache!“

    Immer wieder muss ich feststellen, dass es gerade die Einstellung und der Wille ist, die ausschlaggebend sind, ob man schlussendlich Abnehmen kann oder nicht.

  3. Boris

    Ja – Abnehmen ist Kopfsache. Wie Rauchentwöhnung und so weiter. Und in unserer Konsumgesellschaft ist es umso schwieriger, auf Konsum zu verzichten. Wie du schon geschrieben hast. Nicht mit dem Auto die 1200 Meter zum Bäcker fahren sondern laufen. Mit dem Rad kleinere Besorgungen erledigen. Und eben nicht 3x am Tag Essen, was einem schmeckt sondern nur das, was man braucht. Und das ist weniger, als man denkt. Besonders bei „wohlgenährten“ Menschen. Weiter so!

  4. „Abnehmen ist keine einmalige Sache, es ist eine dauerhafte Änderung seiner Lebensweise.“ – genau das und leider scheitert die Meisten daran.

    Abnehmen – ja, etwas an seiner Lebensweise ändern – nein!

    So einfach kann es manchmal sein!

  5. Jens

    Ich finde es sehr gut, dass du direkt ausschlaggebende Überschriften benutzt hast! Da muss ich nicht immer so ewig lesen um was es geht, sondern weiß direkt worum es geht und je nach Interesse, lese ich es mir auch dann durch 🙂 Zu den Zwei Tipps: Finde ich wirklick klasse! Sollte ich auch mal probieren.

    Wer Lust hat, ich führe derzeit auch meinen eigenen Blog mit Ernährungstipps. Also wer noch mehr wissen will: Reinschauen lohnt sich!

    http://www.schnellesabnehmen.org

  6. abnehmen schnell und effektiv

    Vielen Dank für diesen sehr gelungenen Beitrag!

    Für eine gelungene Gewichtsabnehme gehört schließlich mehr als nur der Gedanke darüber. Denn wer nicht handelt und nur nachdenkt, der wird zwar einige Kalorien verbrennen, die ihn aber wiederum viele Nerven kosten werden.

    Schnell abnehmen ist ein Thema, was ich in meinem Blog auch ausgiebig behandeln tue. Denn die meisten Menschen Hungern, um schnell abzunehmen, was in Wahrheit nicht Sinn der ganzen Sache ist.
    Abnehmen ist wahrlich eine Lebensweise. Wer gesund leben will, kann auch schnell abnehmen.

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