Amazon-Basher, ihr seid verlogen!

By | Februar 17, 2013

Seit dem Fernsehbeitrag in der ARD sind sie wieder aus ihren Löchern gekrochen: all die Menschenrechtsspezialisten und Berufsempörten. Ob die Anschuldigungen so tatsächlich zu 100 % korrekt sind und überhaupt in den Zuständigkeitsbereich von Amazon fallen, spielt dabei erst einmal keine Rolle. Wichtig ist nur eines, man kann sich mal wieder aufregen und seine Empörung zum Ausdruck bringen.

Doch ganz ehrlich, mich kotzt das an!

Denn die gleichen Leute, die sich jetzt über Amazon aufregen, werden dann spätestens eine Woche vor Ostern eh wieder dort bestellen um sicher zu stellen, daß die Ostergeschenke noch pünktlich ankommen. Und sie werden ihre Bestellung von ihrem bei Foxconn hergestellten iPhone abschicken und sie dann via Hermes geliefert bekommen. Dabei tragen sie wie selbstverständlich ein 4,95 € T-Shirt von H&M.

Es mag durchaus sein, daß die Anschuldigungen stimmen. Es mag aber auch sein, daß davon nur die Hälfte stimmt oder vielleicht sogar gar nichts. Dieses pauschale Empörtsein ist allerdings nur lächerlich.

Es ist doch so, daß spätestens wenn eine woanders aufgegebene Bestellung nicht pünktlich zum Wunschtermin eintrifft, die nächste Bestellung dann wieder ganz entspannt bei Amazon aufgegeben wird, eben weil Service dort groß geschrieben wird.

Dieser Shitstorm wird genauso verebben wie all die anderen zuvor und all jene die noch folgen werden. Aber alle die Lust drauf hatten, haben sich mal wieder lauthals empört und konnten so ihr Gewissen beruhigen.

Ich werde auch weiterhin bei Amazon bestellen und empöre mich auch nicht über Dinge, die ich zum einen nicht ändern kann und wo ich zum anderen nicht mal weiß, ob sie zu 100 % stimmen. Und nun, bitte weiter empört sein, damit das Gewissen beruhigt wird.

7 thoughts on “Amazon-Basher, ihr seid verlogen!

  1. Pascal

    Ja, immer die Berufsempörten. Auch ich bin Dauerbesteller bei amazon und fühle mich jetzt durch den Bericht nicht schlechter nur weil ein Unternehmen sich so verhält wie es erlaubt ist und Deutsche Gesetze es zulassen.

  2. Bernhard

    Es gibt viele Gründe Amazon nicht gut zu finden. Ich bestelle nie, weil ich die Läden im Kiez unterstütze. Dort kann ich stöbern und entdecken. Die zahlen hier Steuern und bilden aus. Online gibt es z.B. bei Büchern gute Alternativen. M.lehmanns.de seit 1993 😉

  3. Bernhard

    Es gibt viele Gründe Amazon nicht gut zu finden. Ich bestelle nie, weil ich die Läden im Kiez unterstütze. Dort kann ich stöbern und entdecken. Die zahlen hier Steuern und bilden aus. Online gibt es z.B. bei Büchern gute Alternativen. M.lehmanns.de seit 1993 😉

  4. Jan

    Im Prinzip kann ich Deine Meinung nachvollziehen. Die Aufregung, die solch kritische Berichterstattung nach sich zieht, ist die selbe, wie bei Lebensmittelskandalen. Billig Schnitzel fressen wollen, aber sich über die Lebensmittelindustrie aufregen.
    Das das Problem eigentlich woanders liegt, hat Nerdcore heute wie ich finde, gut zusammengefasst (https://www.crackajack.de/2013/02/18/amazon-feuert-sicherheitsdienst/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+NerdcoreRSS2+%28Crackajack%29).
    Das Problem ist doch, das aus der wichtigen, kritischen Berichterstattung (über welchen Mißstand auch immer) keine dauerhafte gesellschaftliche Debatte entsteht. Woran das auch immer liegt.

  5. Jan

    Im Prinzip kann ich Deine Meinung nachvollziehen. Die Aufregung, die solch kritische Berichterstattung nach sich zieht, ist die selbe, wie bei Lebensmittelskandalen. Billig Schnitzel fressen wollen, aber sich über die Lebensmittelindustrie aufregen.
    Das das Problem eigentlich woanders liegt, hat Nerdcore heute wie ich finde, gut zusammengefasst (https://www.crackajack.de/2013/02/18/amazon-feuert-sicherheitsdienst/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+NerdcoreRSS2+%28Crackajack%29).
    Das Problem ist doch, das aus der wichtigen, kritischen Berichterstattung (über welchen Mißstand auch immer) keine dauerhafte gesellschaftliche Debatte entsteht. Woran das auch immer liegt.

  6. Moritz

    Lieber Torsten,

    Wenn ich folgenden Satz lese:

    „Ich werde auch weiterhin bei Amazon bestellen und empöre mich auch nicht über Dinge, die ich zum einen nicht ändern kann und wo ich zum anderen nicht mal weiß, ob sie zu 100 % stimmen. Und nun, bitte weiter empört sein, damit das Gewissen beruhigt wird. “

    gehe ich davon aus, dass Du auch kein Problem damit hast Pferdefleisch als Rindfleisch zu kaufen. Vielleicht ist es ja mittlerweile auch zu Dir durch gedrungen, dass Amazon Nazis zur Bewachung ihrer Leiharbeiter eingesetzt hat oder wieso haben sie sich ganz schnell von diesem Wachdienst getrennt?
    Zu offensichtlichen oder auch nur potentiellen Fehlern zu schweigen oder diese gegen fundiertes Wissen zu bezweifeln ist hochgradig asozial und feige. Nur das aktive Aussprechen von Vergehen und die daraus resultierende Empörung kann die ordentliche Meinung schärfen und Transparenz fördern.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass Dein Blogpost einfach nur vorschnell und unreflektiert online gestellt wurde.

  7. Moritz

    Lieber Torsten,

    Wenn ich folgenden Satz lese:

    „Ich werde auch weiterhin bei Amazon bestellen und empöre mich auch nicht über Dinge, die ich zum einen nicht ändern kann und wo ich zum anderen nicht mal weiß, ob sie zu 100 % stimmen. Und nun, bitte weiter empört sein, damit das Gewissen beruhigt wird. “

    gehe ich davon aus, dass Du auch kein Problem damit hast Pferdefleisch als Rindfleisch zu kaufen. Vielleicht ist es ja mittlerweile auch zu Dir durch gedrungen, dass Amazon Nazis zur Bewachung ihrer Leiharbeiter eingesetzt hat oder wieso haben sie sich ganz schnell von diesem Wachdienst getrennt?
    Zu offensichtlichen oder auch nur potentiellen Fehlern zu schweigen oder diese gegen fundiertes Wissen zu bezweifeln ist hochgradig asozial und feige. Nur das aktive Aussprechen von Vergehen und die daraus resultierende Empörung kann die ordentliche Meinung schärfen und Transparenz fördern.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass Dein Blogpost einfach nur vorschnell und unreflektiert online gestellt wurde.

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