Otto trifft Otto (oder doch nicht?)

By | Juli 2, 2011

Heute ist Ottotreffen in Magdeburg – das größte Ottotreffen aller Zeiten, tönte es von den Organisatoren. Eingeladen war wer mit Vor- oder Nachmaen Otto heißt. Otto Normalverbraucher war eher unerwünscht. Ich war dennoch da um mir das mal anzuschauen.

Anwesend waren ca. 300 Personen (meine Schätzung, lt. Veranstalter MMKT 400 Personen), die den Worten von OB Trümper zur Eröffnung lauschten. Gestern führte der OB bereits eine Gruppe von ca. 15 „Ottos“ durch Magdeburg.

Ottotreffen

Kann man damit die Veranstaltung „Ottotreffen“ als Erfolg bezeichnen?

Ich sage ganz klar NEIN. Da wurden große Zeitungsanzeigen geschaltet, in den letzten Tage hörte man davon im Radio und dann kamen doch nur wenige hundert Personen. Dazu der ganze Aufwand: Werbekosten, das Sax’n Anhalt-Orchester, die Magdeburger Jungfrau, Fotografen, ein Büffett für die „Ottos“ usw.

Dazu kommt, daß jeder „Otto“ freien Eintritt in den Elbauenpark hatte und kostenlos mit der MVB fahren konnte. Das hatten wohl auch einige einheimische „Ottos“ genutzt und konnten so kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen. Also keine zahlenden Gäste. Die meisten dürften eher aus der Umgebung gewesen sein.

Doch interessant empfand ich auch die Altersstruktur der Teilnehmer. Das Durchschnittsalter lag weiter über 50 Jahre, sehr viele der Teilnehmer (ich schätze ca. 2/3) waren bereits Rentner und bei dem einen oder anderen fragte man sich schon, ob er oder sie wohl noch Reichspräsident Ebert zugejubelt hatte. 😉 Letzten Endes hätte man einem Außenstehenden das auch als Veranstaltung der Volkssolidarität verkaufen können, es wäre nicht aufgefallen.

Ottotreffen

Warum ich so über das Alter der Teilnehmer herziehe? Ganz einfach: es ging mit dem Ottotreffen auch darum Werbung für die Stadt zu machen. Das mißlingt aber, wenn ein Großteil der Teilnehmer 1. aus Magdeburg und der näheren Umgebung stammt und 2. in einem Alter ist, wo man solche Personen eher weniger als Multiplikatoren verwenden kann. Lieschen Otto aus Magdeburg Rothensee kommt doch sonst auch nicht mehr raus aus ihrer Bude und wie schön die Stadt ist, wußte sie schon vorher. Für sie war es ein netter Tag (bei schlechtem Wetter), der ihr nichts gekostet hat. Der Werbeeffekt bleibt damit aber aus. Zusätzliche Touristen oder gar Investoren lockt man so nicht in die Stadt.

Dazu kommt der Anspruch „größtes Ottotreffen aller Zeiten“. Ich weiß nicht wieviel der Teilnehmer wirklich Otto hießen und wieviel davon nur Begleitpersonen waren die ganz anders hießen. Die muß man dann bei so einer „Zählung“ ja abziehen von der Gesamtzahl. Ob es dann immer noch das „größte Ottotreffen aller Zeiten“ war weiß ich nicht, aber selbst wenn war es ein verdammt mickriges Treffen. Die Veranstaltung war als einer von zwei Höhepunkten in diesem Jahr im Rahmen der Ottostadtkampagne bezeichnet worden. Ganz ehrlich – wenn eine Veranstaltung mit wenigen hundert Teilnehmern schon ein Höhepunkt sein soll, dann weiß ich ja nicht….

Ich mag meine Stadt sehr, aber diese Ottokampagne mit all ihren Auswüchsen ist in meinen Augen sowas von peinlich. Dafür schäme ich mich. Schade um das schöne Geld was bei dieser Kampagne sinnlos verbrannt wird.

5 thoughts on “Otto trifft Otto (oder doch nicht?)

  1. Christel Hahne

    Hallo Herr Maue,

    warum so eine einseitige und verfälschte Berichterstattung? Auf dem Ottotreffen waren Gäste aus Münster, München, aus dem Tirol, dem Elsass, Hannover, Österreich u.s.w. Lässt sich im Übrigen heute auch in der Volksstimme nachlesen.
    Wenn ich Ihre geposteten Fotos mit den Berichterstattungen in den vielfältigen Medien vergleiche, kommen berechtigte Zweifel auf, ob Sie am richtigen Ort waren? Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, jedoch wird überall von einem bunten lebhaften Ottotreffen berichtet, in einschlägigen Tageszeitungen, beim MDR und im Radio.
    Zu guter Letzt meine ich, dass Sie mit der Einschätzung des Alters/Multiplikatoren ebenso falsch liegen. Keine Generation zuvor, war so reisefreudig, wie unsere Rentner und konnten sich dies zeitlich, gesundheitlich und finanziell leisten. Im Übrigen erlebe ich es immer wieder, dass hier die Mundpropaganda funktioniert.
    Es ist schade, dass Sie sich grundlos für etwas schämen,dass nicht einmal der Scham bedarf. Peinlich ist nun wirklich etwas anderes.

    Christel Hahne

  2. OHo

    Hallo Herr Maue,

    Ich heiße Otto und habe an dem Treffen teilgenommen. Hat mir sehr gefallen. Komme nächstes Jahr wieder . Habe allen meinen Freunden, Kindern und Enkeln erzählt was los war. Ihre Fotos sind voll daneben. Wo waren Sie als wir von der Band empfangen wurden? Auf dem Örtchen? Ich jedenfalls hatte die drei Tage volles Programm und alles war nun wirklich nicht kostenlos. Alerdings Ihr Kommentar ist keine Werbung für Magdeburg!!!

    Gruss

    Ein Otto

  3. OHo

    Hallo Herr Maue,

    Ich heiße Otto und habe an dem Treffen teilgenommen. Hat mir sehr gefallen. Komme nächstes Jahr wieder . Habe allen meinen Freunden, Kindern und Enkeln erzählt was los war. Ihre Fotos sind voll daneben. Wo waren Sie als wir von der Band empfangen wurden? Auf dem Örtchen? Ich jedenfalls hatte die drei Tage volles Programm und alles war nun wirklich nicht kostenlos. Alerdings Ihr Kommentar ist keine Werbung für Magdeburg!!!

    Gruss

    Ein Otto

  4. Peter Lustig

    Muss denn immer alles einem FINANZIELLEM Zweck dienen. So ein Treffen wie das OTTO Treffen darf doch einfach nur schön sein?!
    Es kotzt mich an, daß immer alles mit Geld und Marketing verbunden sein muss. Für die Otto’s war es sicher gut!!
    Für den Rest (also auch Sie Herr Maue) eben nicht, na und!!

  5. Peter Lustig

    Muss denn immer alles einem FINANZIELLEM Zweck dienen. So ein Treffen wie das OTTO Treffen darf doch einfach nur schön sein?!
    Es kotzt mich an, daß immer alles mit Geld und Marketing verbunden sein muss. Für die Otto’s war es sicher gut!!
    Für den Rest (also auch Sie Herr Maue) eben nicht, na und!!

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