Post von Rainer Brüderle

By | Dezember 24, 2011

Gestern kam ne Menge Post bei mir an, darunter auch ein Brief dessen Absender mich doch etwas verwunderte. Da stand nämlich

Rainer Brüderle, MdB – Platz der Republik 1 – 11011 Berlin

Es war ein 2,5 Seiten langer Brief enthalten sowie ein einseitiges Anmeldeformular. Alles zusammen habe ich als .jpg eingescannt und so kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, was olle Rainer meinte mir da mitteilen zu müssen.

Brief Seite 1
Brief Seite 2
Brief Seite 3
Formular

Ich habe den Brief nicht wirklich komplett gelesen, das war mir einfach zu viel Text. Dazu kam, daß nicht mal die Unterschrift handschriftlich war, sondern nur aufgedruckt. Das ist, wenn so ein Brief marketingtechnisch wirken soll, absolut suboptimal.

Allerdings stellen sich da mehrere Fragen für mich.

1. Wo hat die FDP meine Adresse her? Zum einen darf das Einwohnermeldeamt meine Adresse nicht weitergeben, zum anderen gab/gibt es wohl auch einen Stadtratsbeschluß der Landeshauptstadt Magdeburg die dem Einwohnermeldeamt grundsätzlich die Weitergabe von Adreßdaten an Parteien verbietet. Der müßte eigentlich noch Gültigkeit haben. Daher könnte man davon ausgehen, daß die FDOP die Daten woanders eingekauft hat. Wenn dafür also noch anscheinend genügend Geld da sein sollte, dann kann es der Partei ja noch nicht wirklich schlecht gehen.

2. Wieso bekomme ausgerechnet ich so einen Brief vom Rainer Brüderle? Bisher ist mir noch niemand anderer bekannt aus meinem Umfeld, der diesen Mist bekommen hat. Wer mich kennt, der weiß, daß ich die FDP für so überflüssig halte wie nen Loch im Knie. Da ändert auch dieser Brief nichts dran.

3. Kann es sein, daß man bei der FDP das Internet doch noch nicht so richtig verstanden hat? Ich soll mich mit dem oben verlinkten Formular als „Dialogpartner“ registrieren, damit ich auf der FDP-Webseite sowie der FDP-Facebookpage mit Brüderle und Co. diskutieren darf.

4. Bei der FDP hat man auch noch nichts von Umweltschutz gehört, oder? Wenn dem nämlich so wäre, hätte man sich den Versand dieses sinnlosen Briefes sparen können. Das hätte nicht nur Porto, sondern auch Papier und Druckertinte gespart. Die Umwelt hätte sich drüber gefreut.

Hat hier eigentlich noch jemand diesen Brief bekommen? Ansonsten,w as haltet ihr von dem Kram der da drin steht?

6 thoughts on “Post von Rainer Brüderle

  1. Lars

    Hi,

    um Dir Deine Fragen zu beantworten:

    zu 1)
    Ich vermute, aus dem Impressum Deines Blogs. Und zwar ohne gegen Kommunal-, Landes- oder Bundesgetze zu verstoßen.

    zu 2)
    Wegen Deines Blogs, Deiner Omnipräsenz im Netz und sicher auch, weil ein Algorithmus in deinen Beiträgen die Worte „FDP“, „Euro“, „Internet“, u.ä. gefunden hat.

    zu 3)
    Ja, das kann durchaus sein, aber es scheint sich wohl eher so zu verhalten, dass die FDP nicht an die vollständige Substitution der papierhaften Kommunikation durch die papierlose glaubt. Außerdem ist die Werbewirkung eines Briefes größer, als die einer (Spam-)E-Mail. Jedenfalls ist die Anmeldung nicht nur per Fax möglich. Auf dem Anmeldeformular ist auch eine Internetadresse angegeben, die hervorragend – und wahrscheinlich nicht nur bei Dir – funktioniert.

    zu 4)
    In der Tat ist mir die FDP auch noch nicht als besonders grüne Partei aufgefallen… Und sicher ist das auch nicht ihr Anspruch. 😉

    Zum Schluss noch ein, zwei Anmerkungen:
    Aber ist Dir bewusst, dass Du trotz Abneigung gegen die Partei, keine schlechte Werbung für das Dialogpartner-Programm machst, indem Du das Schreiben bolgst?!?

    Außerdem kann ich Deine Grundhaltung nicht ganz verstehen: Du kannst Dich mit der Meinung einer Partei nicht einverstanden erklären und wendest dafür offensichtlich so viel Zeit dafür auf, dass die Partei auf Dich aufmerksam wird. Aber anstatt den Versuch der Partei mit Dir in Dialog zu treten, um Deine Standpunkte zu erklären, zu würdigen, lehnst Du einen Dialog kategorisch ab. Aber ist es nicht Ziel eines Dialoges, unterschiedliche Meinungen zu diskutieren und dabei möglicherweise etwas zu lernen oder gar etwas zu verändern? Ein von allen Diskutanten gleichgerichter Dialog hat Kneipenniveau, bei dem sich die Teilnehmer nur mit Ihrer eigenen gleichen Meinung gegenseitig beweihräuchern.

    Viele Grüße
    Lars 🙂
    PS: Ich bin weder FDP-Mitglied noch -Wähler. Viele Standpunkte der FDP kann auch ich nicht nachvollziehen.

    1. Torsten Post author

      Weder auf der Webseite, noch in dem Brief ist das Dialogpartner-Konzept ausführlich beschrieben. Nirgends steht wie das genau ablaufen soll. Wer aber was von mir will, der soll mir vorher genau alles erklären, nicht nur den Ablauf, sondern natürlich auch wo mein persönlicher Vorteil dabei liegt. Das vermisse ich hier.

  2. Lars

    Hi,

    um Dir Deine Fragen zu beantworten:

    zu 1)
    Ich vermute, aus dem Impressum Deines Blogs. Und zwar ohne gegen Kommunal-, Landes- oder Bundesgetze zu verstoßen.

    zu 2)
    Wegen Deines Blogs, Deiner Omnipräsenz im Netz und sicher auch, weil ein Algorithmus in deinen Beiträgen die Worte „FDP“, „Euro“, „Internet“, u.ä. gefunden hat.

    zu 3)
    Ja, das kann durchaus sein, aber es scheint sich wohl eher so zu verhalten, dass die FDP nicht an die vollständige Substitution der papierhaften Kommunikation durch die papierlose glaubt. Außerdem ist die Werbewirkung eines Briefes größer, als die einer (Spam-)E-Mail. Jedenfalls ist die Anmeldung nicht nur per Fax möglich. Auf dem Anmeldeformular ist auch eine Internetadresse angegeben, die hervorragend – und wahrscheinlich nicht nur bei Dir – funktioniert.

    zu 4)
    In der Tat ist mir die FDP auch noch nicht als besonders grüne Partei aufgefallen… Und sicher ist das auch nicht ihr Anspruch. 😉

    Zum Schluss noch ein, zwei Anmerkungen:
    Aber ist Dir bewusst, dass Du trotz Abneigung gegen die Partei, keine schlechte Werbung für das Dialogpartner-Programm machst, indem Du das Schreiben bolgst?!?

    Außerdem kann ich Deine Grundhaltung nicht ganz verstehen: Du kannst Dich mit der Meinung einer Partei nicht einverstanden erklären und wendest dafür offensichtlich so viel Zeit dafür auf, dass die Partei auf Dich aufmerksam wird. Aber anstatt den Versuch der Partei mit Dir in Dialog zu treten, um Deine Standpunkte zu erklären, zu würdigen, lehnst Du einen Dialog kategorisch ab. Aber ist es nicht Ziel eines Dialoges, unterschiedliche Meinungen zu diskutieren und dabei möglicherweise etwas zu lernen oder gar etwas zu verändern? Ein von allen Diskutanten gleichgerichter Dialog hat Kneipenniveau, bei dem sich die Teilnehmer nur mit Ihrer eigenen gleichen Meinung gegenseitig beweihräuchern.

    Viele Grüße
    Lars 🙂
    PS: Ich bin weder FDP-Mitglied noch -Wähler. Viele Standpunkte der FDP kann auch ich nicht nachvollziehen.

    1. Torsten Post author

      Weder auf der Webseite, noch in dem Brief ist das Dialogpartner-Konzept ausführlich beschrieben. Nirgends steht wie das genau ablaufen soll. Wer aber was von mir will, der soll mir vorher genau alles erklären, nicht nur den Ablauf, sondern natürlich auch wo mein persönlicher Vorteil dabei liegt. Das vermisse ich hier.

  3. Frank

    Moin Torsten,
    statt um die FDP mach Dir lieber Gedanken um die Marketing Firma, die der FDP dieses Konzept verkauft hat. Parteien haben auch ihre Online- und PR-Berater (-Firmen) die denen z.B. erzählen, „schickt doch mal Briefpost an diese und jene Adressen, das kommt ganz toll an!“.
    Ich glaube mal nicht, dass Rainer Brüderle der Ideengeber war, aber falls doch, hat ihn der oder die Marketingberater(in) nicht davon abgehalten.

    Du machst auch schon lange nicht mehr nur einfach SEO, sondern das Theme Marketing beschäftigt Dich immer mehr.
    Und tatsächlich klingelte es bei Dir, als diese Offline-Marketing-Kampagne einschlug, sonst hättest Du vermutlich diesen Blogartikel gar nicht erst „gebolgt“.
    Rainer Brüderle gab vielleicht das OK und seinen Namen für diese Aktion, aber wer hat das Konzept aufgestellt?
    Und das reizt vielleicht so jemanden wie Dich (nehm ich mal an), weil man das vielleicht hätte besser machen können.

  4. Frank

    Moin Torsten,
    statt um die FDP mach Dir lieber Gedanken um die Marketing Firma, die der FDP dieses Konzept verkauft hat. Parteien haben auch ihre Online- und PR-Berater (-Firmen) die denen z.B. erzählen, „schickt doch mal Briefpost an diese und jene Adressen, das kommt ganz toll an!“.
    Ich glaube mal nicht, dass Rainer Brüderle der Ideengeber war, aber falls doch, hat ihn der oder die Marketingberater(in) nicht davon abgehalten.

    Du machst auch schon lange nicht mehr nur einfach SEO, sondern das Theme Marketing beschäftigt Dich immer mehr.
    Und tatsächlich klingelte es bei Dir, als diese Offline-Marketing-Kampagne einschlug, sonst hättest Du vermutlich diesen Blogartikel gar nicht erst „gebolgt“.
    Rainer Brüderle gab vielleicht das OK und seinen Namen für diese Aktion, aber wer hat das Konzept aufgestellt?
    Und das reizt vielleicht so jemanden wie Dich (nehm ich mal an), weil man das vielleicht hätte besser machen können.

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