Warum ich nicht an Gott glaube

By | Dezember 20, 2010

Meine gestrigen Äußerungen bei Twitter sowie mein Blogbeitrag zum Thema Weihnachten haben ja für etwas Wirbel gesorgt. Allerdings war es letztlich nur ein Sturm im Wasserglas. 😉

Dennoch möchte ich mal erläutern wie es dazu kam und was das alles mit Gott zu tun hat.

Pfingsten, Ostern, Himmelfahrt, Weihnachten, Hl. Drei Könige – alles Feiertage die wir begehen. Kirchliche Feiertage, doch wer kennt die Hintergründe dieser Feiertage noch? Irgendwie haben die alle etwas mit Gott zu tun. Vieles davon ist in vielen Religionen gleich, von daher meine Ausführungen bitte nicht auf die christliche Kirche ausschließlich beziehen, auch wenn ich hier nur von Kirche schreibe.

Noah und seine Arche, Moses der das Meer teilen konnte und Maria mit ihrer unbefleckten Empfängnis, alles Dinge die uns die Kirche weißmachen will. Beim Lesen der Bibel fragt man sich, was die Leute wohl damals geraucht haben, die sich das ausgedacht haben. Ich weiß es nicht, aber es ist ihnen jedenfalls nicht bekommen. Michael Endes „Unendliche Geschichte“ erscheint im Vergleich dazu wie ein Tatsachenbericht.

Wenn es Gott gäbe und er doch so barmherzig sei, so frage ich mich dann wie er es zuläßt, daß in seinem Namen seit altersher Kriege geführt und Terroranschläge verübt werden. Wie kann es sein, daß unzählige Kinder an Unterernährung und heilbaren Krankheiten sterben? Würde es ihn geben, täten sich all diese Fragen gar nicht stellen. In meinen Augen sollte man diesen ganzen Religionskram langsam mal weltweit verbieten und damit die Verdummung der Bevölkerung unterbinden. Die Wissenschaft hat letztlich schon oft genug bewiesen, wieviel Falschaussagen die Religionen doch treffen, daher sollte man letztere nicht weiter unterstützen.

Viele denken so wie ich und schaut man sich die Mitgliederzahlen der Religionsgemeinschaften an, so gehen diese immer mehr zurück.

Doch frage ich mich halt, warum wir dann immer noch die ganzen christlichen Feiertage begehen. Wir glauben nicht an Gott, wir zahlen keine Kirchensteuer, aber wir nutzen die christlichen Feiertage für uns aus. Ein Widerspruch in meinen Augen.

Von daher: weg mit den Religionen und her mit dem Glauben an die Wissenschaft. 🙂

0 thoughts on “Warum ich nicht an Gott glaube

  1. Matthias

    Alle von Dir genannten christlichenHochfeste gehen auf römische-heidnische bzw. germanisch-heidnische Kulte zurück. Du kannst gerne an Sol Invictus denken an Weihnachten oder an die Erdgöttin an Ostern (hier in der Oberpfalz heisst der „Dienstag“ immer noch „Irda“, also Erdtag, das nur nebenbei). Sage Seele dazu oder ganz profan Psyche – der Mensch braucht einfach solche Feiertage.

  2. Madi

    Und weißt Du warum das so ist mit den Krankheiten etc? Weil sich Gott schon vor langer Zeit von den Menschen abgewandt hat. Dadurch, dass er ihnen den freien Willen ließ, ein großes Geschenk, ging der Schuss gehörig nach hinten los und die Menschheit ist nicht bereit zu lernen. Der Mensch wird sich selbst ausrotten, davon bin ich überzeugt, denn durch seinen Geiz, seine Raffsucht, Habgier und Egoismus kann er sich nicht mit den Dingen zufrieden geben, die er hat und will noch mehr – das sind dann die Leute, die Führungspositionen bekleiden und schön in die eigne Tasche wirtschaften und den Blick für das wahre Leben und die „normale“ Bevölkerung verlieren. Was macht denn den Menschen aus? Ich, Ich, Ich – ein wirkliches Gemeinschaftsgefühl gibt es nicht mehr.

    Und was die Religionsfrage angeht – der Glaube gibt den Menschen ein Gefühl für Sicherheit, an etwas, was besser ist als das, was sie erleben, an eine Welt ohne all das Leiden. Und dass das natürlich „clevere“ Menschen für sich und ihre eigenen Interpretationen für sich ausnutzen ist doch logisch. Und diejenigen, die „schwach“ sind lassen sich nur allzu bereit von jemandem führen, der ihnen eben diese bessere Welt verspricht. Du weißt doch, die mächtigste Waffe ist das Wort…und wie heißts so schön in der Bibel – Im Anfang war das Wort!

  3. Axel Schneider

    Hallo Torsten,
    kann Dir nur zustimmen. Ich sympathisiere seit einiger Zeit mit den „organisierten Konfessionslosen“ http://www.ibka.org – vielleicht machst Du mit, es gibt noch keine Sachsen-Anhalt-Gruppe.

    mfg axel

  4. Gephard

    Ich finde schon, dass auch ein „Ungläubiger“ Religion und Glauben mehr differenzieren kann. Hier werden vermutete Religionsdogmen (dass man z. B. die Sache mit Moses wörtlich glauben muss – glauben zu MÜSSEN ist ja an sich schon paradox) mit Glauben verwechselt. Glauben ist eine innere Einstellung, eine aus dem eigenen Inneren entstehende Zuversicht und Vertrauen an das Leben. Religion ist die instituierte (und auch instrumentalisierte) Verallgemeinerung gemeinsamer Glaubensansichten. Religionen wollen Menschen den Glauben näher führen und helfen, seinen(!) Glauben zu finden.

    Glaube ist etwas, was der kognitive Verstand nur schwer begreifen kann, denn es ist eher eine Erfahrung, welche sich eben nicht im Verstand abspielt, sondern darüber hinaus geht. Genau wie bei alltäglichen Gefühlen hat der dualistische Verstand so seine Schwierigkeiten, das richtig greifbar zu bekommen. Das zeigt sich ja auch darin, dass keine Einigkeit herrscht, obwohl doch alle über das gleiche reden.

    Deshalb ist es auch irgendwie irrsinnig die Bibel rein kognitiv zu erfassen und zu werten, so wie es irrsinnig wäre einen spannenden Roman so zu erfassen, denn dann wäre er auch nicht mehr spannend, sondern nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Informationen.

    Ich verstehe sehr wohl die Abneigung gegenüber Religionen, Dogmen und blindem Gehorsam und verstehe auch, dass die Bibel gerne aus solch einer Angst abgelehnt wird. Ich kann mich ebenso wenig damit identifizieren und sehe sie als sehr missverständlich an. Ebenso verstehe ich dass Unverständnis über einen personifizierten Gott, wenn die Personifizierung als Dogma und nicht als kognitives Hilfsmittel verstanden wird. Und das ist das Problem der meisten Religionen. Irgendwie wurde deren „Wissen“ in Hilfsmittel wie z. B. bildhafte Sprache gepackt, aber du „Unwissenden“ sehen nur das Hilfsmittel als Selbstzweck und nicht, wozu es im Grunde dient.

    Es ist immer auch sehr amüsant zu sehen, wenn Religionsgegner die Personifizierung Gottes kritisieren, sich aber auf der gleichen Ebene bewegen und mit Argumenten daher kommen, die nur mit der Annahme haltbar sind, Gott sei eine Person.

    Gerade das sehr häufig anzutreffende Argument, warum Gott denn auch Leid und Krankheit zulasse zeigt, wie unglücklich und einseitig das Thema vermittelt wird. Und selbst mit reiner Logik offenbaren sichSchwierigkeiten. Wenn der Mensch ein Ebenbild Gottes ist, heißt das nicht automatisch, dass Gott wie ein (Über)Mensch ist. Doch davon gehen viele Kritiker einfach mal aus, vermutlich weil sie bei der vereinfachten Darstellung aus der Kindheit hängen geblieben sind.

    So ziemlich alle Religionen sind sich bei ihren Göttern ja einig, dass sie irgendwie auch für Liebe stehen, ja oft gar für die bedingungslose Liebe. Wie kann da bitte Ablehnung von Krankheit, Unrecht und Leid von Gott erwartet werden (sie zu verhindern ist Ablehnung, weil man sie nicht haben will)? Bedingungslose Liebe ist wertfrei und dass z.B. Krankheit was schlechtes und vermeidenswertes ist, ist nun mal eine Wertung, eine sehr menschliche Wertung. Globaler betrachtet ist Krankheit durchaus sinnvoll und gut und gehört einfach zur Evolution. Glauben ist, das zu akzeptieren, damit zu leben und eine innere Zuversicht zu haben, dass das schon seinen Sinn hat. Damit kommt man in einen Zustand, wo man dann nicht mehr gegen das alles ankämpft, sich keine Kraft und auch keine Zeit mehr raubt.

    Was nützt es seine Gedanken über das miese Wetter zu verschwenden, wenn es doch nichts bringt und einen nur in schlechte Stimmung bringt, wofür man dann auch noch das Wetter verantwortlich macht?

    Gephard

    PS: Nein, ich bin weder sonderlich gläubig, noch gehöre ich einer Religionsgemeinschaft an. Ich denke nur, dass etwas, was sich so beständig durch die Menschheitsgeschichte zieht und sich immer wieder als großes Menschenbedürfnis darstellt, nicht mit wenigen logischen Gedanken als sinnlos erklärt werden kann. Viele Sachen geraten in Vergessenheit und erweisen sich somit als zeitgebunden oder nur epochal wichtig, doch diese Sache begleitet die Menschen und es werden viele Anstrengungen unternommen es zu begreifen.

    Amen